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Fakten

Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein neuer Begriff für eine uralte Tätigkeit: Kulturproduktion vom Kunstwerk bis zum (Brett-)Spiel, von Musik bis Architektur. Erst 2009 wurde eine bundesweit einheitliche Definition durch die Wirtschaftsminister-konferenz der Bundesländer geschaffen, der im Kern elf verschiedene Branchen umfasst. In Europa gibt es bis heute keine Standard-Definition.

Grafik: Creative.NRW / Martin Baaske und Thomas Weyres

Common Sense in Deutschland ist mittlerweile der Ansatz, der im Gutachten der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 veröffentlicht wurde:

"Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen.

Das Wirtschaftsfeld Kultur- und Kreativ wirt schaft umfasst folgende elf Kernbranchen oder Teilmärkte: Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software/Games-Industrie.

Der wirtschaftlich verbindende Kern jeder kultur- und kreativwirtschaftlichen Aktivität ist der sogenannte schöpferische Akt. Damit sind alle künstlerischen, literarischen, kulturellen, musischen, architektonischen oder kreativen Inhalte, Werke, Produkte, Produktionen oder Dienstleistungen gemeint, die als wirtschaftlich relevanter Ausgangskern den elf Teilmärkten zugrunde liegen.

Die deutsche Abgrenzung ist im Übrigen sowohl mit der europäischen Kernabgrenzung der EU-Kommission als auch mit dem weltweiten Referenzmodell, dem britischen Creative Industries Konzept kompatibel."

Quelle:
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Hrsg.): Gesamtwirtschaftliche Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland – Kurzfassung eines Forschungsgutachtens im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (Forschungsbericht Nr. 577). PRpetuum GmbH, München / Harzdruckerei, Wernigerode, Februar 2009, S. 3.
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=289974.html

Kultur- und Kreativwirtschaft RUHR

Die Kultur- und Kreativwirtschaft entwickelt sich zu einer wichtigen Branche innerhalb der Gesamtwirtschaft der Metropole Ruhr. Zu diesem Ergebnis kommt die erste umfassende Analyse der Kreativwirtschaft Ruhr, die im Auftrag der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) von der „empirica Qualitative Marktforschung, Stadt- und Strukturforschung GmbH“ durchgeführt wurde. Wichtigste Kernaussage: Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine Wachstumsbranche, die den Strukturwandel unterstützt, in der gesamten Metropole Ruhr Einkommens- und Beschäftigungseffekte auslöst und zu einem positiven Image beiträgt. 6,1 Mrd. € Umsatz, rund 86.000 Erwerbstätige und mehr als 11.000 Unternehmen kennzeichnen die Kreativwirtschaft Ruhr im Jahr 2007. Wer den Zeitraum 2001 bis 2007 analysiert, erkennt unschwer die wachsende Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft innerhalb der Gesamtwirtschaft der Region. Während der Gesamtumsatz in der Metropole Ruhr im Untersuchungszeitraum um 1,3 % geschrumpft ist, ist der Umsatz der Kreativwirtschaft um 9,8% gewachsen. Die Zahl der Unternehmen nahm sogar um 15,2 % zu.

Quelle:
Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr)
http://business.metropoleruhr.de

Die Anzahl der Betriebe der Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet und deren Umsätze verzeichneten zwischen 2003 und 2007 ein Wachstum von fast 10 Prozent. Damit entspricht diese Entwicklung noch nicht ganz dem Wachstum von 11 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Die Softwareindustrie ist im Ruhrgebiet doppelt so bedeutsam wie auf der Ebene des Landes Nordrhein-Westfalen (20% im Ruhrgebiet, 10% in NRW), wohin gegen etwa die Werbewirtschaft deutlich unterrepräsentiert ist 17% Ruhrgebiet, 28 % NRW). Besonders positiv und im Landesvergleich überdurchschnittlich entwickelten sich im Ruhrgebiet zwischen 2003 und 2007 die Softwareindustrie (Anzahl Betriebe +48%; Umsätze +89%), die Designwirtschaft (+44%; +58%), die Darstellende Kunst (+35%; +35%) und die Werbewirtschaft (+10%; +21%).

Quelle:
Regionalverband Ruhr / STADTart: Zusammenstellung von Kernstatistiken zur Kultur- und Kreativwirtschaft RUHR, Auszug. Essen, Stand: Februar 2010.
http://www.metropoleruhr.de/regionalverband-ruhr.html

Studien

Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: 5. Kulturwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen. Kultur- und Kreativwirtschaft. Wettbewerb – Märkte – Innovationen. MWME: Düsseldorf, Mai 2008.
>> Download

Regionalverband Ruhr / STADTart: Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet:
eine vergleichende Analyse nach Stadttypen, Kurzstudie. Dortmund, Dezember 2009.
>> Download

Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland

Laut eines Monitoringberichts für die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie am 7. Juli 2010 vorgelegte, erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Bereich im Jahr 2009 von rund 1 Million auf rund 1,024 Millionen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse stieg von 763.000 auf rund 787.000. Der Umsatz in der Branche sank zwar leicht um rund 3,5 % auf 131 Milliarden Euro, allerdings war der Rückgang deutlich geringer als in der Gesamtwirtschaft (dort 8,5 %). Insgesamt sind demnach in der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft 237.000 Unternehmen tätig.

Quelle:
Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung: Pressemitteilung, 7.7.2010.
http://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de/KuK/Navigation/Aktuelles/pressemitteilungen,did=349478.html

Übersicht der Kulturwirtschaftsberichte in Europa

1. Kreativwirtschaftsbericht der Stadt Offenbach, 2007 
1. Kulturwirtschaftsbericht der Bundesregierung, 2009 
1. Kulturwirtschaftsbericht der Hansestadt Hamburg, 2006 
1. Kulturwirtschaftsbericht der Stadt Aachen, 2005 
1. Kulturwirtschaftsbericht des Europäischen Parlamentes, 2003 
1. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Berlin, 2005 
1. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Niedersachsen, 2002 
1. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Sachsen-Anhalt, 2001 
1. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Schleswig-Holstein, 2004 
1. und 2. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Hessen 
2. "Kulturwirtschaftsbericht" der EU: The Economy of Culture (KEA Studie) 
2. Umfrage Kultursponsoring 2006, Agentur Causales 
4. Kulturwirtschaftsbericht des Landes NRW, 2002 (pdf) 
5. Kulturwirtschaftsbericht des Landes NRW, 2007 (pdf) 
Bericht "Creative and Media Markets in France", 2005 
Bericht "Creative New York", 2005 
Bericht "London´s Creative Sector", 2004 
Bericht zur Kreativwirtschaft Zürich, 2005 
Großbritannien, 7 Studien zum Creative Economy Programme 2007 
Großbritannien, Aktionsplan "Creative Hub", 2005 
Großbritannien, Bericht zur Creative Industries: "Staying ahead", 2007 
Internationale Kurzfilmtage Oberhausen - Kulturwirtschaftsbericht, 2007 (Pressemeldung und PDF) 
Kreativwirtschaftsbericht der Stadt Frankfurt, 2008 
Kultur und Tourismus in den neuen Bundesländern, 2002 
Kulturwirtschaftsbericht Köln, 2007 
Studie der NRW Bank: Kultur- und Kreativwirtschaft - Ökonomische Impulse für NRW", 2009 
2. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Sachsen-Anhalt, 2006 (pdf) 
2. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Niedersachsen, 2007 
Best Practices in Europa: Kulturstädte  

Quelle:
Kreativwirtschaft Deutschland
http://www.kreativwirtschaft-deutschland.de/Links/Kulturwirtschaftsberichte/tabid/88/language/de-DE/Default.aspx

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