| Individuelle KünstlerInnen Förderung, Geförderte Projekte IKF

ZU BEFEHL!

Das erste, was am Befehl auffällt ist, dass er eine Handlung auslöst. (Elias Canetti, Masse und Macht)

© Philipp Bergmann

Räum dein Zimmer auf. // Sprich lauter. // Zieh dein T-Shirt aus. // Geh an die Bühnenkante und schau nach rechts. // Unterschreibe hier. // Heirate mich. // Hab Spaß.

Make a salad. // Make something in the street and give it away. // Write a word on the enclosed card and place it somewhere. // Cover a large area with paper joined together. (''Event scores'' der Fluxus Bewegung)

Unser Leben ist durch Anweisungen und Befehle geprägt. Als Kind wird man konditioniert, den Eltern Folge zu leisten. Theater als Modell von Gesellschaft spiegelt diesen Sachverhalt perfekt wider. Der/die RegisseurIn (von Rex = König) bestimmt, was der/die SchauspielerIn ausführen soll. Das ist die Idee von Regietheater, das anders nicht funktionieren würde. Was passiert jedoch, wenn sich bewusst oder unbewusst dem Befehl widersetzt wird? Hierarchien untergraben werden? Wenn die Anweisung nicht oder falsch verstanden wird? Wenn das Regelwerk offengelegt und boykottiert wird?
Im Zeitraum von 12 Monaten untersucht der Bochumer Performancekünstler Manuel Gerst Machtmechanismen und Abhängigkeitsverhältnisse auf und hinter der Bühne gemeinsam mit geistig behinderten PerformerInnen des Züricher Theater HORA und erforscht performative Schreibtechniken.