| Individuelle KünstlerInnen Förderung, Geförderte Projekte IKF, Thematische Bewerbung

Johnny's House

© Nina Gschlößl

Erinnerung. Oder vielmehr der Akt des Erinnerns selbst bildet den Ausgangspunkt für die gemeinsame Arbeit der Künstlerinnen Simina German und Nina Gschlößl . Ausgehend von einem konkreten Ort - dem Haus von Simina Germans Großvater in Rumänien, dem Land aus dem ihre Familie nach dem Zusammenbruch des Ostblocks emigrierte, setzen sich die Künstlerinnen mit der Konstruktion von Erinnerung und Geschichte auseinander. Das Haus gehört seit dem Tod des Großvaters vor über 20 Jahren Simina Germans Vater. Seit dieser Zeit ist es unbewohnt. Warum hat der Vater das Haus nicht vermietet oder verkauft? Ist es der Versuch die Vergangenheit, die eigenen Wurzeln mittels eines mit Erinnerungen „aufgeladenen“ Ortes zu bewahren? Die Hoffnung, bei einem erneuten Besuch nicht nur ein altes Haus, sondern auch einen Teil der eigenen Geschichte wiederzufinden? Aber kann ein Haus das leisten? Was erzählt es wirklich noch von der Vergangenheit? Das Projekt ist auch als Spurensuche zu verstehen, die Fragen zu den Themen Identität, Herkunft und Vergangenheit aufwirft. Die Multimedia-Arbeit aus Mehrkanal-Videoprojektion und Sound-Installation vollzieht den Prozess von Schichtung und Überlagerung nach, der zu einer Erzählung von Geschichte wird: Atmosphärische Aufnahmen des seit 20 Jahren verlassenen Hauses werden kombiniert mit Reenactments von Interviewszenen. Gleichzeitig soll es aber nicht vornehmlich um die Enthüllung von „Privatem“ gehen, sondern darum, in den Familiengeschichten und Erinnerungen wieder etwas Allgemeingültiges zu finden, etwas, das uns verbindet; ein Kaleidoskop von privaten Geschichten, das etwas über uns alle erzählen kann.

 

Termine

26. April 2018, 18h

Präsentation im Folkwang Museum im Rahmen der Reihe Video Folkwang