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Studie: Zwischen Soft-Power und Völkerverständigung

British Council und Goethe-Institut gehen der Rolle kultureller Außenbeziehungen nach

© Open University

Im Bereich der Außenpolitik kommt kulturellen Ausdrucksformen eine explizit politische Funktion zu, die sowohl geschätzt als auch gefürchtet wird. Die Macht kreativer (Wirtschafts-) Güter über Wohl und Wehe politischer Systeme ist spätestens seit dem Kalten Krieg im kollektiven Gedächtnis verankert, je nach Interpretation als Demokratisierungsmotor oder kulturimperialistisches Schreckgespenst. Im Rahmen des Cultural Value Project, welches als Forschungsprojekt im Auftrag von British Council  und Goethe-Institut  mit der Hertie School of Governance  und der Open University durchgeführt wird, werden die spezifischen Merkmale britischer und deutscher Ansätze des internationalen Kulturaustauschs untersucht. Dabei geht es vor allem um die Rolle auswärtiger Kulturpolitik bei Stabilisierungs- und Wachstumsprozessen in Gesellschaften, die sich in politischen Wandlungs- und Umbruchssituationen befinden – als Beispiele werden Ägypten und die Ukraine genannt. Die doppelte Perspektive einer deutschen und einer britischen Mittlerinstitution beleuchtet neben den historisch bedingten Unterschieden und Gemeinsamkeiten auch den Spagat zwischen „vorpolitischem Freiraum “ und staatlichen Interessen bei der Pflege kultureller Außenbeziehungen. In dem Paper “Cultural Value. Cultural Relations in Societies in Transition: A Literature Review ”, welches als Teil des bis Juni 2018 laufenden Forschungsprojekts veröffentlicht wurde, werden verwandte Begriffe wie „cultural relations“, „soft power“ und „cultural diplomacy“ gegenübergestellt und die intrinsisch oder instrumentell geprägten Wertvorstellungen der Kulturmittler über das vergangene Jahrhundert hinweg untersucht. Die Literaturrecherche eröffnet historische und kulturspezifische Perspektiven auf das Thema kulturelle Außenbeziehungen, entzieht sich aber eindeutigen Aussagen, was Qualitätskriterien oder auch nur ein einheitliches Begriffsverständnis betrifft – was im Sinne der interkulturellen Verständigung nicht nur nachteilig ist: „The conceptual confusion can lead to contradictions in practice, though it can also enable flexibility“.

 

Link zur Studie

Link zur Mitteilung des British Council