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Studie: Weltbericht zur Rolle der Kultur für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Im Oktober 2016 wurde in Ecuador auf dem UN-Gipfel über Wohnen und nachhaltige Stadtentwicklung der erste UNESCO-Weltbericht über Kultur für nachhaltige Stadtentwicklung veröffentlicht, welcher als politisches Rahmendokument die Regierungen bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unterstützen soll.

© UNESCO

Auf der Suche nach einem gemeinsamen Faden zwischen der Vergangenheit und der Zukunft untersucht der Bericht den Beitrag der Kultur zur urbanen Nachhaltigkeit. Der Bericht analysiert die Situation, Trends, Herausforderungen und bestehenden Chancen in verschiedenen regionalen Kontexten und präsentiert ein globales Bild des Schutzes, der Erhaltung und des Managements von städtischem Erbe sowie der Förderung der Kultur und Kreativwirtschaft als Ressourcen für eine nachhaltige Stadtentwicklung – letzteres ein zentrales Anliegen von ecce.

Der erste Teil basiert auf den Ergebnissen einer globalen Umfrage der UNESCO und präsentiert den globalen Kontext, in dem die aktuelle Situation der Kultur, des nachhaltigen Städtebaus sowie deren Entwicklung dargestellt wird. Teil II konzentriert sich auf thematische Überlegungen zur Rolle der Kultur, wie die Förderung eines menschenorientierten Ansatzes für nachhaltige und städtische Entwicklung, die Gewährleistung einer städtischen Lebensqualität für alle und die integrative Politikgestaltung.

Mit Blick auf Europa attestiert der Bericht dem europäischen städtischen Erbe im Vergleich zu anderen Regionen einem guten Erhaltungszustand. Die meisten europäischen historischen Zentren spielen nach wie vor eine wichtige Rolle und gelten als Wirtschaftsfaktor. Aber auch Ausnahmen werden beleuchtet, in denen der Schutz der Städte durch institutionelle Konflikte behindert werden oder Zersiedelung und Landspekulation eine Bedrohung für die Erhaltung des städtischen Erbes darstellen. Abgesehen von diesen spezifischen Situationen ist es in den meisten Fällen jedoch gelungen, historische Gebiete zu erhalten oder zu renovieren. Herausforderungen in europäischen Städten sind also weniger Renovierungsmängel als vielmehr unzureichende Transformationen innerhalb der Stadt(gesellschaft).

Die Beziehung zwischen städtischem Erbe und kulturellen Identitäten gestaltet sich oftmals ambivalent, in einem Kontext vielfältiger regionaler und lokaler Identitäten sind Ansätze zur kulturellen Identität in Europa komplex und vielschichtig. So kann hier auch eine Brücke zum Ruhrgebiet mit seiner Industriekultur geschlagen werden. Zwar greift die vorliegende Studie nur Hamburg als deutsche Fallstudie auf, doch kann auch das Ruhrgebiet als vergleichbares Untersuchungsgebiet – repräsentiert durch die Kreativ.Quartiere Ruhr des Landes NRW  – hinzugezogen werden: das Landesprogramm trägt einen erheblichen Teil dazu bei, kulturelle und künstlerische Freiräume und frische Impulse im Ruhrgebiet zu fördern und so den Strukturwandel zu unterstützen. In diesem vielschichtigen Prozess begreift sich ecce als Moderator und Impulsgeber für eine kulturbasierte Stadt- und Quartiersentwicklung.

 

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