| News, Forschung & Evaluation, Studie

Studie: Lagebild zur Digitalen Gesellschaft

Der D21 Digital Index misst die Digitalisierung der deutschen Gesellschaft und zeigt, wo sie vorangeht und an welchen Stellen sie noch nicht angekommen ist.

© frei nach Creative Commoms nudevinyl

Jährlich wird von der Initiative D21  gemessen, inwiefern die deutsche Gesellschaft digitalisiert ist. An der Studie beteiligen sind unterschiedliche Einrichtungen, Institutionen und Konzerne, wie die Deutsche Telekom , Google oder das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend . Befragt wurden für die aktuelle Studie rund 20.000 Menschen ab 14 Jahren.

Zu den zentralen Ergebnissen zählt, dass rund 81% der Bevölkerung das Internet nutzen. Von den 19% der „Non-User“ ist ein Großteil über 50 Jahre oder älter, zudem nutzen Nicht-Berufstätige weniger das Internet als Berufstätige und insbesondere Büroangestellte. Gründe für einen Nicht-Gebrauch liegen in fehlendem Interesse und darin, dass kein Nutzen darin gesehen wird. Die mobile Internetnutzung ist deutlich geringer verbreitet: 64% gaben an, auch mobil online zu sein. Dieser Anteil hat jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 5% zugenommen – vor allem in der Gruppe der über 50-jährigen ist ein starker Anstieg zu verzeichnen. Der Digitale Index selbst hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen: Die Menschen sind offener und kompetenter bei der Nutzung des Internets geworden. Was jedoch „intelligente“ Geräte wie den Sprachassistenten Alexa oder selbst fahrende Autos angeht, ist die Skepsis nach wie vor hoch. Die Hälfte der Bevölkerung würde sich bei der Nutzung dieser Assistenten unwohl fühlen.

Viele Menschen nutzen digitale Medien, um in Suchmaschinen nach Inhalten und Informationen zu suchen. Abgeschlagen dahinter kommen Beschäftigungen wie die Nutzung von Office-Programmen oder Online-Banking, was vor allem von den 30 – 49-jährigen genutzt wird. Junge NutzerInnen verbringen ihre Zeit eher mit dem Ansehen von Online-Videos und Kommunikation via Instant-Messenger. Dienstleistungen werden zunehmend online gebucht.

Diese und weitere Erkenntnisse werden in dem D21-Bericht zusammengefasst. Doch was genau bedeuten sie für den Kreativsektor? Einige Rückschlüsse können aus diesen Erkenntnissen sowohl für den Kontakt zum Konsumierenden, als auch für die Beschäftigten des Sektors gezogen werden. Beschäftigte mit Zugang und Fähigkeiten sich in der digitalen Welt zurecht zu finden, könnten es einfacher haben, ihr Publikum auszuweiten und mehr Menschen zu erreichen. Dem entgegen steht die Tatsache, dass viele ältere MitbürgerInnen, die großes Potenzial für eine Zuhörerschaft bieten, das Internet nicht oder nur kaum nutzen. Auf der anderen Seite ist die junge Generation zu fast 100% digital vernetzt ist: Dieser Kontrast hat Auswirkungen darauf, wie Werbung für eine Veranstaltung oder ein Projekt gestaltet sein muss und wie und wo sich Institutionen präsentieren. Je nach anvisiertem Publikum müssen andere Wege gegangen werden. Die Herausforderung liegt gerade darin, eine Strategie zu entwickeln die alle anspricht, indem man Entwicklungen weiter beobachtet und versucht zu prognostizieren.

Das geförderte Projekt Future Lab 2018 – Kunst in neuen digitalen Räumen  beschäftigt sich genau mit diesen Themen. Im Wintersemester 2018 bieten die Hochschule der Bildenden Künste Essen  und das 3D Druckzentrum Ruhr  eine Winterakademie für Künstler an, in der die Überwindung der Grenzen zwischen traditionellen Techniken und digitalen Workflows erforscht wird. Technologien wie Virtual Reality (VR), 3D Druck, künstliche Intelligenz und die Verarbeitung digitaler Datensätze mit Hilfe verschiedenster Soft- und Hardware, bieten traditionellen Kunstschaffenden, Malern, Bildhauern und Designern völlig neue Arbeitssituationen.