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Studie: ifa-Studie untersucht Schnittmengen der Kreativwirtschaft zur auswärtigen Kulturpolitik

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Dänisches Design, italienische Mode, französischer Film und britische Musik: Strategische Investitionen in Kreativwirtschaft und deren Teilsektoren können sowohl zu einer positiven Außenhandelsbilanz als auch zur kulturellen Markenbildung beitragen. Entsprechend treiben viele Staaten die Exportaktivitäten ihrer heimischen Kultur- und Kreativwirtschaft durch Branchenentwicklung oder Spezialisierung auf bestimmte Zielmärkte voran. Auch das Auswärtige Amt interessiert sich zunehmend für Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft und schlägt eine Verknüpfung zwischen Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) und Außenwirtschaftsförderung vor. Vor diesem Hintergrund hat Bastian Lange für das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) international ausgerichtete Kreativwirtschaftspolitiken aus sieben europäischen Ländern sowie Japan und Kanada untersucht, um Empfehlungen für die weitere Integration der Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen der AKBP zu erarbeiten. Lange identifiziert in seiner Studie vier Typen der Internationalisierungspolitik von exportorientierten Kreativwirtschaftsstrategien bis hin zu kulturpolitischen Ansätzen und Plattformprojekten. Während einige Länder die Wachstumspotenziale traditioneller Kernbranchen betonen, verbinden andere die Stärken der Kreativwirtschaft mit kulturellen und gesellschaftlichen Attributen. Während Lange der Kreativwirtschaft bestätigt, dass „cross-sektorale Transfereffekte (…) sie als Ideengeber, Brückenbildner und Transmissionsriemen für die AKBP (prädestinieren)“, gibt er auch Zielkonflikte zwischen AKBP und Außenwirtschaftsförderung zu bedenken: „Kulturelle, kommunikative und dialogische Praxis stehen nach wie vor in einer gewissen skeptischen Haltung zur wirtschaftlichen Dimension von Kultur sowie zu wirtschaftlichen Interessen einzelner kreativwirtschaftlicher Akteure“. Lange schlägt vor, mit Hilfe von Vernetzungsprozessen „diese strukturelle Dichotomie (Kunst versus Kommerz) in die Ziele der AKBP einzubetten und gelingende Spillover-Effekte zu übergeordneten gesellschaftlichen Herausforderungen vorzustellen“.

 

Die Studie ist im Rahmen des ifa-Forschungsprogramms „Kultur und Außenpolitik“ entstanden.

 

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