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Studie: Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Museen in England

© frei nach Creative Commons Luca Antinori

Bei der Untersuchung von Museen wird in erster Linie auf den Lerneffekt der Institution sowie ihren sozialen Effekt geachtet. Wenige Studien haben bisher die ökonomischen Wirkungen eines Museums betrachtet. Der Report über die direkten und indirekten Auswirkungen von Museen auf die Wirtschaft des Arts Council England vom Jahr 2015 bildet damit eine der wenigen Untersuchungen zu diesem Thema. Ebenfalls kann hier auch eine Studie aus dem Ruhrgebiet genannt werden, die untersucht, welche Auswirkungen Museen der Popmusik auf eben dieses Genre haben können. Dazu zählt auch die Dissertation „Kulturkooperationen im Ruhrgebiet: Ziele – Projekte – Erträge “ aus dem Jahr 2008, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Kultur im Ruhrgebiet auf seinem Weg zur „Metropole Ruhr“ auseinandersetzt.

Die Studie aus dem Jahre 2015 nahm über 2.500 gelistete Museen, egal ob nun lokal, historisch oder militärisch, auf. Ebenfalls in die Zahlen mit einbezogen wurden unterstützende Organisationen. Untersucht wurden unter anderem die Angestelltenzahlen, das Gesamteinkommen und der wirtschaftliche Output. Unabhängige Museen sind in Großbritannien zahlenmäßig am stärksten vertreten und beschäftigen die meisten Mitarbeitenden. Durch das englische Ministerium für Kultur, Medien und Sport geförderte und lokale Museen, sowie unterstützende Organisationen haben jedoch ein größeres Einkommen. In dieses spielen nicht nur Gewinne durch Eintrittsgelder hinein, sondern z.B. auch Veranstaltungen, Catering und Fundraising. Die Zahl der Beschäftigten innerhalb eines Museums ist in den durch das Ministerium geförderten Museen am höchsten. Angestellte in diesen haben ebenfalls das höchste Einkommen.

Museen leisten jedoch nicht nur einen direkten Beitrag zur Wirtschaft. Ihre indirekten Einflüsse sind fast noch höher. Vor allem der Tourismus wird durch das Vorhandensein eines vielfältigen Museumsangebots gestärkt. Viele internationale TouristInnen gaben an, dass sie gerade dies nach Großbritannien geführt hat. Lokale Behörden nannten als Gründe für ihre Investitionen in Kultur (und somit auch Museen) sowohl erwarteten wirtschaftlichen Gewinn als auch die Erzeugung von Authentizität – also einen „Spillover“ in andere Bereiche. Dies könnte auch Motivator sein, bekannte Ausstellungen in ein Museum zu holen, wie es auch in Dortmund mit der Pink Floyd Ausstellung im Dortmunder U geschehen ist.

Betrachtet man die Studie, kann man sagen, dass Museen nicht nur als Empfänger von Unterstützung gesehen werden sollten. Ganz im Gegenteil können sie, sowohl direkt, als auch indirekt, zur Wirtschaft beitragen. Eine Stadt oder eine Region profitiert so von BesucherInnen, als auch von einer möglichen, gesteigerten Attraktivität.

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