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Studie: Die Rolle von Kunst und Kultur in der Kreativwirtschaft

Wie Kunst und Kultur das Wachstum und die Funktion der Kreativindustrie fördert und wie beide von einer Zusammenarbeit profitieren, untersucht das Arts Council England.

© frei nach Creative Commons Evilspoon7
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Wie Kunst und Kultur das Wachstum und die Funktion der Kreativindustrie fördert und wie beide von einer Zusammenarbeit profitieren, untersucht das Arts Council England . Von Interesse ist dabei auch der, unter anderem von ecce untersuchte, mögliche „Spillover“-Effekt zwischen den beiden Sektoren. Darunter versteht man, dass sich Auswirkungen in einem Bereich auf andere übertragen können, z.B. Innovation oder Ideen in der Kunst, die ebenso in der Wirtschaft und Industrie Anklang finden. In dem Report von 2017 werden fünf Fallbeispiele vorgestellt und analysiert. Sie zeigen individuelle KünstlerInnen und Organisationen und ihren Berufsweg, sowie ihre Interaktion mit der Kreativwirtschaft. Im Folgenden werden die Fälle kurz vorgestellt:

Der Direktor, Erfinder und Unternehmer David Lynch

David Lynch arbeitet seit einigen Jahren zusammen mit einem losen Netzwerk von Kreativen. Sein Ziel ist, nicht nur eine Infrastruktur für Kollaborationen zwischen Kreativen und der Industrie zu erschaffen, sondern die Marken und Firmen nach dem „Warum“ ihres Produktes und ihrer sozialen Verantwortung zu fragen. Denn in der Zusammenarbeit tragen sowohl die Marken, als auch die KünstlerInnen ein Risiko.

Kunst und Gaming – Auroch Digital

Auroch Digital ist ein Unternehmen von mittlerer Größe, das verschiedene Spiele entwickelt. Basis dieser Spiele ist meist bereits existierende Fiktion, deren Rechte erworben werden. Im Anschluss arbeiten SchreiberInnen, DesignerInnen und MusikerInnen zusammen an dem Projekt. Das Einkommen, das die KünstlerInnen erwerben unterstützt gleichzeitig auch die weitere Kunst- und Musikszene. Außerdem etablierte Auroch Digital das „Bristol Games Hub“ Netzwerk , eine Non-Profit Organisation, die einen offenen Raum für mögliche Zusammenarbeit schafft.

Der Komponist und Musiker Harry Lightfoot

Der Musiker Harry Lightfoot begann seine Karriere mit einem Vertrag bei Accorder Music . Diese arbeiten weltweit und publizieren Musik für Werbung, Film, Fernsehen und Spiele. Er musste viele Risiken auf sich nehmen und schrieb Stücke kostenlos, in der Hoffnung, dass sie Verwendung finden würden. Dann gelang ihm mit Musikkompositionen für Filmtrailer von Fluch der Karibik und Die Schöne und das Biest der Durchbruch. Er selbst ist, durch einen Vertrag bei audiomachine , mittlerweile in der Position, international Arbeit für MusikerInnen zu schaffen, die seine Kompositionen umsetzen.

Interaction Designer, Creative Director, Lektor und Künstler Joel Gethin Lewis

Joel Gathin Lewis Lebenslauf zeigt, wie eigentlich verschiedene Felder miteinander verschmelzen können und dass Kunstschaffende nicht nur KünstlerInnen sein können. Ursprünglich studierte er Mathematik und Informatik. Im Anschluss jedoch wandte er sich dem „Interaction Design“ Studium zu. Er verbindet Kunst und seine Programmierfähigkeiten in diversen Projekten und ist in der Lehre tätig. Er selbst jedoch sieht sich weder als Künstler, noch als Programmierer, sondern bezeichnet sich als „Hybrid“ zwischen diesen Welten.

Architektur und visuelle Künste – Hawkins\Brown

Die Organisation Hawkins\Brown widmet sich der Architektur. Sie arbeiten dafür mit KünstlerInnen an verschiedenen Designprojekten zusammen. Kunstschaffende bringen sich nicht nur in der Gestaltung der Bauwerke ein, sondern auch in der Integration von Kunst und Kunstobjekten in diese. So ein Engagement birgt immer Risiken für das Unternehmen, alleine durch die unterschiedliche Arbeitsweise von KünstlerInnen und ArchitektInnen, das den Kunstschaffenden in dieser Hinsicht Vertrauen schenkt.

Die Studie zeigt mithilfe der Untersuchung von Einzelfällen, dass es Spillover-Effekte nicht nur auf einer großen, übergeordneten Ebene gibt. Ganz im Gegenteil tragen einzelne Projekte dazu bei und jedes dieser fünf präsentierten gibt eine gute Idee davon, wie sich ein Spillover gestalten kann.

Link zur Studie