| News, Studie, Forschung & Evaluation

Studie: Aarhus als Europäische Kulturhauptstadt 2017

Aarhus war Europäische Kulturhauptstadt 2017. Was bleibt danach? Ein erster Bericht.

© frei nach Creative Commons Tom Davidson

2017 besuchten 3,3 Millionen BesucherInnen aus aller Welt die Europäische Kulturhauptstadt Aarhus . Unter dem Motto „Let’s Rethink“ wurde in 442 Kernprojekten gezeigt, wie man durch Kultur auf die Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimawandel, Arbeitslosigkeit oder sozialen Ausschluss reagieren kann. Hunderte KünstlerInnen, vor allem aus den Bereichen Visuelle und Auditive Kunst, überdachten und betrachteten vor allem Entwicklungen des Urbanen Raums und seiner Umgebung. Ein Beispiel dafür ist die Installation „Rethink Urban Habitats: Habitat: Aarhus“ .

Der Bericht der Aarhus 2017 Foundation über die kurzfristigen Auswirkungen des Events liefert bereits jetzt ein beeindruckendes Bild. Auf allen fünf untersuchten Ebenen – Kulturell, Sozial, Ökonomisch, Image und Identität, sowie Politisch und Organisational – wurden Ergebnisse gemessen, die deutlich über den Erwartungen lagen. Es gab zum einen mehr Projekte mit internationalen PartnerInnen als erwartet. Zum anderen waren dreimal so viele BesucherInnen bei den Events, wie ursprünglich angenommen. Dementsprechend stiegen auch die Tourismuszahlen stärker an als erwartet. Die mediale Aufmerksamkeit, sowohl in Landes- als auch internationalen Medien, erzielte doppelt so hohe Ergebnisse wie angenommen. Zudem profitierte nicht nur die Stadt Aarhus, sondern die gesamte umliegende Region. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Effekte langfristig manifestieren oder sogar steigern werden.

Ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann, wurde mit der Kulturhauptstadt Ruhr 2010  gezeigt. Im Zuge der Planung „Stadt der Kreativität“ wurde das european centre for creative economy (ecce) ins Leben gerufen. Um die Nachhaltigkeit der Kulturhauptstadt zu sichern, blieb ecce auch nach 2010 bestehen. Heute sind die Kreativ.Quartiere Ruhr , ein Förderprogramm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW , im gesamten Ruhrgebiet ansässig. Sie vermitteln an der Schnittstelle zwischen Kreativwirtschaft, Stadtentwicklung und Kultur und sorgen für Förderung von Kunst und Kultur in der Region.

Auch die dänische Kreativwirtschaft wurde durch Investitionen gestärkt, sodass sich Dänemark als Global Player präsentieren kann. Allein in Ostjütland konnten 50.000 Arbeitsplätze auf dem kreativen Arbeitsmarkt geschaffen werden und die Attraktivität von Aarhus für KünstlerInnen ist angestiegen.

Neu geknüpfte (internationale) Beziehungen und Kollaborationen entstanden nicht nur innerhalb der kulturellen Szene, sondern auch zwischen kulturellen Institutionen, öffentlichen Behörden und Wirtschaft. Ebenso wurden über 4000 Freiwillige in die Aktivitäten mit einbezogen. Diese erwarben eine Vielfalt an Kompetenzen und es entstand ein sozialer Austausch unabhängig von z.B. Kultur und Gesellschaftsschicht. Dieses neu geschaffene Netz ist Sinnbild für das Ziel von „Let’s Rethink“: Die Zusammenarbeit von Individuen und Industrien, sogar von Nationen und Systemen, über ihre eigenen Grenzen hinweg.

 

Link zur Studie