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Prof. Dieter Gorny über das SXSW in Austin - „Soundcheck“, WDR am 3.3.2018

Am 9. März startete einer der bedeutendsten Musikmessen weltweit: das South by Southwest Festival (SXSW) in Austin, Texas. Auf 104 Bühnen präsentieren über 2.000 KünstlerInnen ihre Musik, darunter auch viele deutsche Acts im GERMAN HAUS, das Bestandteil des Auslandsmesseprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist und von der Initiative Musik federführend organisiert wird. Prof. Dieter Gorny, der Aufsichtsvorsitzende der Initiative Musik, wird sich 2018 wieder persönlich einbringen, um vor Ort u.a. über die Symbiose von Technologie und Musik zu diskutieren. Vorab erläutert Prof. Dieter Gorny in einem Interview in der WDR-Radiosendung „Soundcheck“ den Stellenwert dieser bedeutsamen Messe sowie aktuelle Entwicklungen in der deutschen Musikbranche.

© Sebastian Becker/ecce

SXSW  ist mittlerweile zu einem der Branchentreffen der Musik geworden, das es geschafft hat, die Musik selbst und deren Akteure, Produzenten und Distributoren zusammenzubringen und diese darüber hinaus mit allem, was wir an neuen technologischen Entwicklung haben, sprich Digitalisierung, vertraut zu machen. Es gibt also keine andere Plattform weltweit, auf der Inhalt und Technologien in solch einer kreativen Form aufeinandertreffen, so macht es dann für viele Unternehmen und auch Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland durchaus Sinn dort teilzunehmen.“

Das SXSW hat seinen Ursprung in der Musik, geht aber mittlerweile über diese hinaus und schließt die Bereiche Film und interaktive/digitale Medien mit ein. Diese crossmediale Kombination sei wichtig, so Prof. Gorny, denn oft werde die Technologiedebatte rein technisch geführt und die Inhalte, die dafür sorgen, dass die Technologien sich überhaupt erst entwickeln können, werden nicht mit berücksichtigt. Der iPod beispielsweise: Die Möglichkeit der Audiokompression durch MP3 hätte nicht in einer so bahnbrechenden Erfindung geendet ohne die spannenden Inhalte, nämlich die Musik. Doch diese Aspekte werden bei Branchentreffpunkten, seitdem es Digitalisierung gibt, selten behandelt. Letztendlich gehe es aber, so Prof. Gorny, bei der Entwicklung der Musik im digitalen Raum immer auch darum, eine Balance zu schaffen zwischen den TechnologieanbieterInnen auf der einen Seite und den ProzentInnen der Inhalte auf der anderen Seite, die sich fragen, wie sie in diesen neuen Strukturen überleben können. „Ohne den Inhalt, ohne die Musik und ohne den technologischen Aufbruch kein Wachstum. Also miteinander reden, in Austausch kommen und daraus dann neue Modelle entwickeln“ – das sei essenziell für die Zukunft der Musikbranche, so Prof. Gorny.

Am Samstag, den 10. März 2018, startete im GERMAN HAUS  das deutsche Gemeinschaftsprogramm zur South by Southwest. Die interdisziplinäre SXSW verbindet Konferenzen, Musikevents sowie Fachausstellungen und bietet dabei einen spannenden Blick in die Zukunft von Musik, Film und Interactive Themen. In diesem Jahr werden in Austin 70.000 Fachgäste aus über 90 Staaten erwartet. Aus Deutschland sind erstmals über 1.000 FachteilnehmerInnen dabei. Diese sorgen zur SXSW für den größten Auftritt der deutschen Kultur- und Kreativbranche im Ausland.

Die Initiative Musik fördert 15 der 24 deutschen Acts bei ihren Exportaktivtäten zur SXSW. Die Bands werden über das Programm Kurztourförderung mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien bzw. mit Fördergeldern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt.

Der Mitschnitt des Interviews mit Prof. Gorny ist hier  zum Download verfügbar.