| News, Individuelle KünstlerInnen Förderung

IKF-News: Kunst-Happening als Rückeroberung und Neudeutung des Öffentlichen

Wie kann man sich den öffentlichen Raum wieder aneignen und ihm Neudeutungen verleihen?

Am 04. Juni organisiert die Gruppe "Denkodrom" unter der künstlerischen Leitung von Joscha Hendricksen ein Kunst-Happening auf dem Essener Willy-Brandt-Platz. Treffpunkt 18 Uhr, Eintritt frei.

© ecce

Sind wir jetzt schon alle am Ende? Ist das Ende jetzt?

Finow ist ein Kunst-Happening an einem gemeinschaftlichen Ort: nicht im geschützten White Cube, sondern mitten in der Stadt.
Den Willy-Brantz-Platz Nahe Essener Bahnhof nimmt man sonst als Einkaufsmeile wahr.

In der sonntäglichen Abenddämmerung schafft die Künstlergruppe nicht nur einen Begegnungsraum sondern einen Parallelraum.

Von 18 bis 20 Uhr trifft der Besucher auf einen vertrauten und zugleich veränderten Ort.
13 KünstlerInnen haben sich den Platz angeeignet und sich dort mit Objekten, Kostümen und Lautsprechern aufgebaut.
Zwei Stunden lang passieren allerlei Dinge.

Besucher können hören und sehen, sich nähern und entfernen und vielleicht, wenn man sich zutraut, sogar mitmachen. Im Vordergrund stehen keine Kunstkonzepte, sondern die eigene und die gemeinsame Erfahrung.

 

Das Projekt setzt sich in Kontinuität bereits durchgeführter Aktionen des Künstlergruppierung: So zog  die Gruppe Gesprächsbereitschaft Ende 2012 mit 20 Personen bei der Aktion "Schweihnachtsmarkt" durch die Essener Innenstadt und propagierte "noch mehr Konsum".

 

Die Gruppe, die durchaus als eine Vertretung des Artivismus gefasst werden kann, agiert an der Schnittstelle zwischen Kunst und Politik. Zuletzt organisierte sie eine Spontan-Demonstration gegen die Verschärfung des Ordnungsrechts in Polizeibegleitung durch die Essener-Innenstadt.

 

Doch verankert ist das Projekt innerhalb des Kunstfeldes. Das Projekt wird vom Pilotprogramm des Landes NRW Individuelle KünstlerInnenförderung (kurz IKF) gefördert, als auch vom Regionalverband Ruhr, vom Kulturbüro der Stadt Essen und von der Sparkasse Essen.

 

Über die künstlerische Aktion hinaus vereint die Gruppe die Einsicht, dass auch das Kunstfeld dezente, verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen braucht. So betont Joscha Hendricksen für die Gruppe Gesprächsgemeinschaft:

"Alle KünstlerInnen werden bei uns fair bezahlt, niemand arbeitet umsonst."

 

 

Über die KünstlerInnen:
 
Joscha Hendrix Ende ist Performer, Musiker und Aktivist.
Seine Liebe gilt Anti-Identitärer Aktion. "Wer nichts besseres zu tun hat, möge seine Identität zerstören. Das ist in jeder Hinsicht die richtige Schlussfolgerung."
 
St Kirchhoff arbeitet als Komponist für Samir Akika/Unusual Symptoms
Mit seinem Ensembles "M∞kruch" und "Oper, Skepsis, Gleisbau" ist St Kirchhoff regelmäßig im Ruhrgebiet zu hören.
 
Mr Maribel ist bildende Künstlerin und Musikerin.
 
Anabel Jujol ist bildende Künstlerin, Performerin, Aktivistin und Ratsfrau im Rat der Stadt Essen.
 
Klaus Steffen ist Tausendsassa. Musiker, Sänger, Hörspielproduzent und Großkünstler mit vielen Namen.
 
Tina Daurova ist bildende Künstlerin.
 
Bianca Wickinghoff ist Performerin und betreibt die Kunstgalerie Clowns & Pferde in Essen-Frohnhausen. 
 
Karl F. Degenhardt ist ein philosophisch inspirierter Perkussionist.
 
Mizgina Rengin ist Vocalkünstlerin.
 
Lina Matzoll ist Performerin.
 
Fabian Jung ist Performer, Musiker und Aktivist.
 
Nora Schlebusch ist Aktivistin und Kunsttherapeutin.
 
Eva Lotte-Krenzer ist bildende Künstlerin. Sie baut zudem große Kostüme.