ecce - european centre for creative economy

So #Far13 So Good

Nach zwei Tagen Debattieren und Netzwerken, Ideen Entwerfen und Verwerfen, Skepsis und Enthusiasmus ist das Forum d’Avignon Ruhr (#FAR13) auf PACT Zollverein in Essen zu Ende. Rund 220 Gäste aus dem Ruhrgebiet, Deutschland und Europa kamen zusammen, um die Schlüsselrollen von Kultur auszuloten.

Europäische Kulturpolitik im lokalen Praxistest

220 Spitzenkräfte der Wirtschaft, Politik und Kultur aus 17 Nationen kamen zum Forum d‘Avignon Ruhr

30.06.2013, Essen

Drei Jahre nach der Kulturhauptstadt RUHR.2010 erhält Wandel durch Kultur eine europaweite Aktualität durch die Neue Kultur- und Wirtschaftspolitik der EU-Kommission. In Mitten der Wirtschaftskrisen Europas will die EU-Kommission die Wirkungen von Kultur in verschiedenste gesellschaftliche Bereiche fördern – von Klimawandel bis Stadtentwicklung.
„Ich bin hocherfreut, dass Sie im Rahmen der heutigen Zusammenkunft die „Spillover-Effekte“ von Kultur und Kreativität auf die Wirtschaft und die Gesellschaft diskutieren werden“, so Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend. Es bestehe die Notwendigkeit, „über den Tellerrand hinauszuschauen.“
Das Forum d'Avignon Ruhr unter dem Motto „Europa 2020 – Kultur ist der Schlüssel“ begrüßte zur Debatte über 60 Künstler und Kreative, darunter Leonidas Martin, Barcelona, Mischa Kuball, Köln und Pia Areblad aus Schweden sowie Spitzen der Wirtschaft, unter Anderem vom Google Cultural Institute, von Sony Music und der RWE Kulturstiftung. Erstmals war das Forum auch ein Raum für künstlerische Experimente und Lösungsideen für praktische Probleme im Ruhrgebiet. Dazu fanden vier Workshops am Vortrag statt, die vier innovative Ideen für den Wandel durch Kultur in Bereichen wie Klima/Energie, Interkultur, Wirtschaft/Neue Arbeit und Stadtentwicklung erarbeiten.

So betonte NRW-Kulturministerin Ute Schäfer zur Eröffnung: „Kreative spüren wachstums-und innovationshemmende Hindernisse auf und sie können so zu ganz neuen Lösungsansätzen kommen.“ Sie verwies auf die Workshop-Ergebnisse der insgesamt 40 kreativen Projektmacher aus Europa und freute sich über die entstandenen Modelle, „man kann staunen, welche Ideen dort erörtert wurden! (...) Wir wollen die Akteure aus der Kreativwirtschaft der Ruhr-Region und aus dem übrigen Europa bekannter machen und vorstellen.“
Wirtschaftsminister Garrelt Duin appellierte: „Der Innovationsprozess selbst soll innovativ gedacht werden. (...) Wir sind sehr stolz auf so aufregende Projekte und ihre Macher. Es ist uns wichtig, dass sie hier in NRW bleiben.“ Zum Abschluss des Forums verlieh NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin an eine der vier Spillover-Ideen, die am Vortrag in einem selbst hoch experimentellen Verfahren entwickelt wurden, den Pilotpreis N.I.C.E. Der Wirtschaftsminister kommentierte, „nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“.

Es gewann schließlich die Idee der vom international bekannten Stadtplaner Charles Landry gecoachte Projektgruppe mit dem Arbeitstitel „Shaking Hans“, die Menschen zu mehr Mitsprache in städtischen Entwicklungsprojekten verhelfen will. Clou des Gewinns: Die Idee wird im Herbst des Jahres für das Essener Stadtviertel City-Nord weiterentwickelt. „In unserem Workshop zu Stadtentwicklung“, so Comedia-Gründer Charles Landry, „entwickelte sich die Erkenntnis, dass WIR selbst dieser Raum sein können und sein wollen, indem wir mitgestalten. Anstatt skeptische Städter zu sein ist das Ziel, als aktive Bürger dazu beizutragen, dass öffentlicher Raum lebenswerter wird.
„Kreativwirtschaft bekommt Pilotfunktion!“, so begrüßte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin in seiner Abschlussrede die Initiative zur Gründung des neuen, offenen Netzwerkes, N.I.C.E., dem Network for Innovations in Culture and Creativity in Europe. Neben Dortmund, Essen, Gelsenkirchen und Bochum haben sich bereits elf europäische Partner, Universitäten und Städte angeschlossen. „N.I.C.E. zu gründen, steht im Einklang mit den Zielen der Innovationsstrategien des Landes NRW“, so Duin.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend formulierte: (...) Ich gratuliere dem european centre for creative economy. Das Zentrum stellte sicher, dass die zahlreichenden spannenden Projekte, die im Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas starteten, nach 2010 fortgeführt wurden. Es ist großartig zu sehen, dass diese Projekte die Grundlage für Nachhaltigkeit und die Fortführung des RUHR.2010-Mottos „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ legen.“
"Die EU hat 2012 dazu aufgerufen“, so Prof. Dieter Gorny, ecce-Geschäftsführer, „Plattformen zu gründen, die so verschiedene Bereiche – Wirtschaft, Kultur, Technologie, Interkultur – einer sich komplex darstellenden und gegenseitig bedingenden Gesellschaft zusammen bringen können und nach Lösungen für die Umbrüche in der digitalen Welt suchen – geführt von der Kultur.“
Für Sony Music Entertainment GSA CEO, Philip E. Ginthör ist das keine neue Erkenntnis: „Musik ist der Treiber der digitalen Entwicklung. (...) Wir haben verstanden, der digitalen Hydra ihre Köpfe nicht mehr abzuschlagen, sondern sie mit den richtigen Inhalten zu füttern“, berichtete er. „Unternehmenskultur ist hier der entscheidende Erfolgsfaktor.“
Das Fazit von ecce-Geschäftsführer Prof. Dieter Gorny aus den Debatten und Experimenten auf dem Forum d'Avignon Ruhr 2013: „Kultur und Kreativität spielt in den aktuellen Umbrüchen unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle. Deshalb ist es höchste Zeit, dass sich in Europa die Beziehungen von Kultur, Wirtschaft und Politik neu erfinden. Das Ruhrgebiet war und will dafür weiterhin ein Modellraum sein.“

Leónidas Martín, Pia Areblad und MArtina Reuter über Kollaboration

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