
Trendbarometer Kultur- und Kreativwirtschaft 2011
In Zusammenarbeit mit ecce und unter Leitung von Prof. Dr. Julia Frohne haben neun Studenten der International School of Management Dortmund daran gearbeitet, ein Trendbarometer zur Lage der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) in der Metropole Ruhr zu entwickeln.
Foto: ISM, Dortmund
Be Creative! - Herausforderungen und Trends für die Kultur- und Kreativwirtschaft
Mit Hilfe einer Online-Umfrage führten die Studenten der ISM eine Marktanalyse der Kultur- und Kreativwirtschaft der Metropole Ruhr durch. Diese Marktanalyse hatte zum Einen das Ziel, die Branchenentwicklung und Beschäftigungssituation der Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet zu überprüfen sowie deren aktuelle Lage zu bewerten. Zum Anderen sollten strategische Ziele innerhalb der Branche dargestellt und Zukunftstrends herausgearbeitet werden.
Die an ca. 6000 Unternehmen der regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft gerichtete Online-Umfrage tangierte dabei folgende Fragestellungen:
1. Wird das Ruhrgebiet als Standort der Kultur- und Kreativwirtschaft weiterhin an Bedeutung gewinnen?
2. Ist der allgemeine positive konjunkturelle Aufschwung auch in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet zu erkennen und wie wirkt sich dieser aus?
3. Wird die Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet als Arbeitgeber zukünftig an Bedeutung gewinnen?
4. Welche Prioritäten und Trends werden als besonders wichtig für die Kultur- und Kreativwirtschaft gesehen und welche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen gibt es?
5. Welche Unterstützungsmaßnahmen sind zur Weiterentwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft erforderlich?
6. Welche Impulse wurden für die nachhaltige Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft durch die Kulturhauptstadt RUHR.2010 gesetzt?
7. Werden die Kreativ.Quartiere als zusätzlicher Beitrag zur Weiterentwicklung des Standorts Metropole Ruhr gesehen?
Mit Hilfe der Umfrage kamen die Studenten zu aussichtsreichen Ergebnissen. So ist bezüglich der konjunkturellen Entwicklung und Beschäftigungssituation in der KKW Ruhr festzuhalten, dass die Branche für 2010 einen konstanten bis steigenden Umsatz aufzeigt. Den größten Zuwachs hatten hierbei u. a. die Teilmärkte Software / Games und Design zu verzeichnen.
Ferner zeigen die Ergebnisse der Studie, dass regionale, vor allem aber auch nationale Kooperationen einen positiven Einfluss auf die Weiterentwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft Ruhr ausüben. Zudem verdeutlichen die Auswertungen, dass jedes fünfte Unternehmen von der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 profitiert hat, und zwar durch Projektbeteiligungen, ein besseres Image, Kundenzuwachs und / oder einen höheren Bekanntheitsgrad.
Außerdem wurde deutlich, dass die von ecce geförderten Kreativ.Quartiere den Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft gut bekannt sind. Auch wenn nur jedes zehnte Unternehmen in einem Kreativ.Quartier angesiedelt ist, so kennen doch 90% der Befragten das Konzept "Kreativ.Quartiere". Entscheidend für eine Ansiedlung in den Kreativ.Quartieren sind für die Befragten Faktoren wie Kooperationen mit anderen Unternehmen, Imagesteigerung sowie Kostenersparnis.
Im Rahmen der Umfrage wurde darüber hinaus ersichtlich, dass sich die Kultur- und Kreativschaffenden des Ruhrgebiets mehr Unterstützung in Hinblick auf den Netzwerkaufbau, Marketing / Werbung, den Abbau von Verwaltungsregeln und den Zugang zu Fördermaßnahmen wünschen.
Insgesamt gelangten die Studenten mit Hilfe des Trendbarometers zu der Erkenntnis, dass das Ruhrgebiet gegenüber anderen Metropolen konkurrenzfähig ist: Seine geografische Lage, die günstigen Mieten sowie die Beschaffenheit des Ruhrgebiets als Ballungszentrum stellen für Unternehmer vielversprechende Anziehungspunkte dar. Folglich gibt es einen positiven Ausblick für die Zukunft des Ruhrgebiets als Firmenstandort.
Prof. Dr. Julia Frohne stellte im Rahmen der Jahrestagung Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) Ruhr am 20. Oktober im Dortmunder U die Ergebnisse des Trendbarometers vor.