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Interesting Times - Übungen in Unruhe

© Stephan Glagla

Wen man hasst, dem wünscht man einem alten chinesischen Sprichwort zufolge interessante Zeiten an den Hals. Mögest du in interessanten Zeiten leben ist ein Fluch, der das Gegenüber in Unruhe versetzen soll. Interessante Zeiten sind unruhige, konfliktreiche, krisenhafte Zeiten, in denen die Dinge sich von Grund auf ändern können, in denen alles auf dem Spiel steht. Wir wollen der Unruhe nachgehen, indem wir szenische, choreographische, textliche und musikalische Unruhe-Arrangements entwerfen, vom einzelnen (Performer-/Zuschauer-)Körper in die Welt hinaus und zurück. Wo sitzt die eigene Unruhe (im Körper), wie äußert sie sich, woher kommt sie, wohin treibt sie (mich)? An den Rand (meiner selbst), in unbekanntes Terrain, zum Aufbruch? Wenn uns die Unruhe über uns selbst hinaustreibt, entstehen Momente, in denen wir von uns absehen können, Momente, in denen eine größere Frage erscheinen kann: Wie hängt unsere Unruhe mit der der Welt zusammen? Und wie richten wir uns gemeinsam in ihr ein?

Text: Fabian Lettow

 

Unter der Autorenschaft und Regie von Fabian Lettow und Mirjam Schmuck erscheint mit Interesting Times die neue NRW-Produktion des kainkollektiv-Ensembles. Über das Jahr 2017 hinweg entstehen Notate und Notizen zur Unruhe – Anekdoten, verdichtete Geschichten, persönliche Protokolle, Aufzeichungen zu Menschen, Orten und Ereignissen aus dem Ruhrgebiet. Diese Sammlung historischer wie gegenwärtiger Unruhe-Erfahrungen (seien sie frei erfunden, doku-fiktional oder biographisch-dokumentarisch) bildet die Basis für eine Installation, die sich zwischen Live-Hörspiel, Performance, Choreographie und Ausstellung bewegt: Ein Raum für Übungen in Unruhe.

  

Termine

26. Januar 2018, 20h    Premiere

27. Januar 2018, 20h    Aufführung

im Ringlokschuppen Ruhr Mülheim