Das Forum d'Avignon Ruhr gründet auf einer deutsch-französischen Partnerschaft zwischen dem Think Tank Forum d'Avignon und ecce. Ziel ist es, einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunftspolitik zu leisten, indem europäische AkteurInnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur zusammengeführt werden.

Das GOP Essen während des FAR15
© Vladimir Wegener/ecce

FORUM D'AVIGNON RUHR 2015

#FAR15: KULTUR IST DIGITAL –  DIGITAL IST KULTUR

Die 4. Ausgabe des Forum d'Avignon Ruhr fand am 22./23. September 2015 in Essen statt.

Programm und Thema 2015

Wir leben in einer zunehmend digitalisierten Welt. Digitale Inhalte, Anwendungen und Strukturen durchdringen immer mehr Ebenen des Alltags und transformieren die Gesellschaft auf tiefgreifende Art und in hoher Geschwindigkeit. Dabei stehen wir noch am Anfang der digitalen Revolution.

  • KULTUR IST DIGITAL – DIGITAL IST KULTUR

    Während wir uns in den letzten sieben Jahren mit unserem Smartphone vertraut machen konnten, werden wir uns schon morgen daran gewöhnen, dass intelligente Computer unsere Autos fahren. Neue Denk- und Handlungskulturen, neue Werte- und Bewertungssysteme haben sich in der Anwendung digitaler Medien und Technologien herausgebildet. Datenmengen unermesslichen Ausmaßes ­– Big Data – bilden die Grundlage dieser Systeme und bringen auch neue hervor, sie verschieben Branchengrenzen und definieren Märkte und Perspektiven neu.

    Die digitalen Entwicklungen sind dabei auch und vor allem eine kulturelle Herausforderung an die gesamte Gesellschaft. Das Individuum selbst, anonym und transparent zugleich, wird mit seiner digitalen "Daten-Spur" in der Flut der Datenströme zum Wirtschaftsgut, Politik und Ökonomie ringen derweil um die Definitions- und Gestaltungsvormacht.

    Es ist besonders die Kultur, gerade dort wo sie sich auch als Kultur- und Kreativwirtschaft entfaltet wie etwa in Musik, Film und Literatur, Werbung, Kunst und Architektur, die von diesen Umwälzungen mit all ihren Chancen und Risiken betroffen, aber gleichermaßen auch Treiber der digitalen Revolution ist. Digitale Angebote und deren millionenfache Verwendung durch Kulturkonsumenten weltweit – ob mit einer Kunst-App im Museum, mit Büchern auf dem ebook oder mit Musik und Filmen auf dem Smartphone, bewegen das Web und die Geschäfts- und Nutzungsmodelle in den stark ökonomisierten Kulturbereichen bzw. der Kreativwirtschaft maßgeblich mit.

    Und so ist gerade die Kultur- und Kreativwirtschaft, die mit ihren digitalen Ausprägungen nicht nur global erfolgreich ist, sondern auch den Menschen in den Vordergrund stellt, die Identität stiftet und Kulturen verbindet, dafür prädestiniert, bei der Gestaltung der digitalen Zukunft visionär wie auch pragmatisch mitzuwirken und voranzugehen.

    2015 ist das Jahr, in dem Digitalisierung eine neue Priorität für die Kulturpolitik in ganz Europa wurde: Die Europäische Kommission, die seit Herbst 2014 neu im Amt ist, nennt im Rahmen der Digital Single Market-Initiative auch Kultur als Handlungsfeld. Das Netzwerk des Forum d’Avignon arbeitet an einer "Vorläufigen Erklärung der digitalen Menschenrechte"[1] als Grundlage für eine europäische Gesetzgebung. 2014 bereits hat die deutsche Bundesregierung die Arbeit an einer Digitalen Agenda aufgenommen, die ebenfalls Kultur und Kreativwirtschaft einschließt und im Kulturfördergesetz des Landes Nordrhein-Westfalen wird eine Förderung für "spartenübergreifende Projekte sowie die Produktion und Präsentation digitaler Kunstformen"[2] ausdrücklich erwähnt, ebenso wie die Digitalisierung von analoger Kultur.

    Die Debatte über Digitalisierung und Big Data steht in der Kultur jedoch erst am Anfang. Sie ist geprägt von geringen Erfahrungen, wenig Austausch und Kooperation, einem Mangel an einer differenzierten Debatte über Möglichkeiten, Gefahren und Perspektiven, aber auch von Sorgen über die Zukunft.

    Das Forum d'Avignon Ruhr 2015 wollte als Think-Tank die Chancen und Risiken der digitalen Revolution für die Kultur beleuchten und kritisch mit DenkerInnen, MacherInnen und EntscheiderInnen aus Kultur, Politik und Wirtschaft in Europa diskutieren. Mit ausgewählten Best-Practice-Initiativen, Impulsen und Gesprächen über wirtschaftliche Prinzipien und ethische Voraussetzungen wollte das Forum d’Avignon Ruhr eine faktenfundierte Debatte anstoßen und sich damit für die Relevanz und eine entscheidende Rolle der Kultur in der digitalen Zukunft einsetzen.

    [1] Quelle: Forum d'Avignon »Preliminary Declaration of the Digital Human Rights« (www.ddhn.org/index-de.php )

    [2] Quelle: Kulturfördergesetz des Landes Nordrhein-Westfalen § 7,8 (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000530 )

     

     

     

     

    Der Kongress des Forum d'Avignon Ruhr 2015 am 23. September beleuchtete die Dynamik zwischen Kultur, Kreativwirtschaft und Digitalisierung aus einer kulturellen und gesellschaftlichen Metaperspektive. Der Vortag des Forum d'Avignon Ruhr am 22. September diente als europäischer Treffpunkt, bei dem sich führende ExpertInnen, Initiativen und AkteurInnen der Kultur und Kreativwirtschaft in diversen interaktiven Formaten vernetzen und austauschen konnten. Am Abend des 22. September um 19.00 Uhr fand die Vernissage der N.I.C.E.-Ausstellung statt, in der 15 innovative Projekte und ein Special Guest für digitale Innovationen aus ganz Europa präsentiert wurden, die zuvor in einem Wettbewerbsverfahren ausgewählt und für den N.I.C.E. Award nominiert worden sind. Der Award wurde am 23. September als Höhe- und Schlusspunkt des Forum d'Avignon Ruhr durch Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, verliehen. In der Mischung aus Diskussionen, Impulsen, performativen Präsentationen sowie der Ausstellung und dem Award wollte das Forum d'Avignon Ruhr ein ausgewähltes Spektrum an Aspekten beleuchten, die nicht nur für künftige Wechselwirkungen von "Kultur und Digital" entscheidend sind, sondern auch für die digitale Zukunft unserer Gesellschaft.

Der Veranstaltungsort: GOP Varieté-Theater Essen & Galerie Alte Mitte

Die Konferenz Forum d‘Avignon Ruhr 2015 fand mit der vierten Ausgabe wieder im Herzen des Kreativ.Quartier City Nord.Essen im GOP Varieté-Theater  statt. Das legendäre GOP, ein ehemaliges Kino, begeistert bereits seit 1996 Menschen aus aller Welt mit kreativen Show- und Gastronomiekonzepten. Am 23. September 2015 wurde es zur europäischen Plattform für Diskussionen zur Zukunft der digitalen Kultur und kulturellen Digitalität. Die Ausstellung zum N.I.C.E. Award fand am 22. September 2015 um 19.00 Uhr in der Galerie Alte Mitte statt.

GOP Varieté Theater © GOP Varieté Theater
© GOP Varieté Theater

GOP Varieté-Theater

GOP Varieté-Theater während des FAR15
© Vladimir Wegener/ecce

GOP Varieté-Theater während des FAR15

Alte Galerie Mitte
© Vladimir Wegener/ecce

Alte Galerie Mitte während des FAR15

Alte Galerie Mitte während des FAR15
© Vladimir Wegener/ecce

Alte Galerie Mitte während des FAR15