Das Forum d'Avignon Ruhr gründet auf einer deutsch-französischen Partnerschaft zwischen dem Think-Tank Forum d'Avignon und ecce. Ziel ist es, einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunftspolitik zu leisten, indem europäische MacherInnen und DenkerInnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur zusammengeführt werden.

FAR14

FORUM D'AVIGNON RUHR 2014

#FAR14: INNOVATION IST LEIDENSCHAFT

Die 3. Ausgabe des Forum d'Avignon Ruhr fand am 10./11/12. Juni 2014 in Essen statt.

Programm und Thema 2014

Wenn eine Vision Realität werden soll, muss alles passen. Idee, Zeit und Ort müssen stimmen, Glaube, Wille, Durchhaltevermögen und die nötigen Kompetenzen vorhanden sein. Die Leidenschaft ist dabei der rote Faden in der kreativen Wertschöpfungskette. Leidenschaft wirkt wie eine Ressource, wie ein unsichtbarer Produktionsfaktor; sie ist Idee und die Begeisterung dafür, sie ist Fantasie und weckt sie bei anderen, sie wirkt ansteckend, mitreißend und überzeugend und sie hilft, Hürden zu überwinden und Scheitern zu ertragen, weiterzumachen und erfolgreich zu sein.

  • INNOVATION IST LEIDENSCHAFT

    Die Kultur- und Kreativwirtschaft steht in Europa für einen Jahresumsatz von 654 Mrd. Euro, davon rund 143 Mrd. in Deutschland und 6 Mrd. Euro im Ruhrgebiet. Mit einem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von über 6% weltweit und 4% in der EU gilt die Kultur und Kreativwirtschaft als Wachstumsbranche und als Speerspitze einer entstehenden wissensbasierten Ökonomie.

    Die elf Teilmärkte, die in dieser Branche zusammengefasst werden, sind teilweise durchaus heterogen, weisen aber eine entscheidende Parallele auf: nämlich den "schöpferischen Akt" als Kern kreativer Arbeit, dem immer ein Kanon vornehmlich weicher Faktoren zugrunde liegt, die Motor dafür sind, innovativ und kreativ zu sein, Einzigartiges und Kunst zu schaffen. Letztlich ist immer die Leidenschaft Ausgangs-, Dreh- und Angelpunkt für die Kreation von Kunst und Kultur.

    Aber nicht nur künstlerische Visionen und Innovationen bedürfen der Leidenschaft. Wirtschaft, Politik und Wissenschaft brauchen ebenso die Menschen, die an ihre Ideen glauben und sie mit Begeisterung und eben Leidenschaft in die Welt tragen. Diese intrinsische Motivation wird ein immer wichtigerer Faktor einer zunehmend wissensbasierten Gesellschaft. Politische Rahmenbedingungen zu schaffen, um Leidenschaft zu begünstigen - das ist die Basis kultureller, wirtschaftlicher, technologischer und auch sozialer Innovationen.

    Wenn eine Vision Realität werden soll, muss alles passen. Idee, Zeit und Ort müssen stimmen, Glauben, Willen, Durchhaltevermögen und die nötigen Kompetenzen vorhanden sein. Die Leidenschaft ist dabei der rote Faden in der kreativen Wertschöpfungskette. Leidenschaft wirkt wie eine Ressource, wie ein unsichtbarer Produktionsfaktor, sie ist Fantasie und weckt sie bei anderen, sie wirkt ansteckend, mitreißend und überzeugend und sie hilft, Hürden zu überwinden und Scheitern zu ertragen, weiterzumachen und erfolgreich zu sein.

    Der Kultur- und Kreativwirtschaft, die mit ihren dynamischen Marktstrukturen und Arbeitsbiografien, oftmals revolutionären Geschäftsmodellen und offenen Innovationsprozessen in vielen Bereichen bereits als Strukturmodell für neue Formen von Wirtschaft dient, fällt auch in kultureller Hinsicht eine besondere Rolle zu. In ihrer Eigenschaft neue Wertschöpfungen und Arbeitsmodelle, neue nachhaltige Ideen von Stadt und Umwelt, soziale Integrations- und Partizipationsentwürfe mit Leidenschaft voranzutreiben, liegt nicht nur der entscheidende Link zur "klassischen" Wirtschaft, sondern auch der "klassischen" Kultur, weil auch dort Erfolg maßgeblich von der Leidenschaft Einzelner stark beeinflusst ist.

    Nachdem das Forum d'Avignon Ruhr 2013 eine junge, kreative "Maker"-Generation und ihre Auswirkungen auf das interkulturelle Zusammenleben, Stadtentwicklungsprozesse, neue Arbeit und Wirtschaft im Ruhrgebiet sichtbarer gemacht hat, ging es 2014 um den Motor, vor allem den immateriellen Antrieb, der diesen AkteurInnen - im Kleinen wie im Großen - eigen ist und darum, wie die Leidenschaft zum Innovationstreiber im globalen Wettbewerb wird.

    Hochkarätige Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft stellten ihre Definition und Vision von Leidenschaft vor. Ausgehend von diesen Beispielen wurde über die Bedingungen, Bedeutungen und Parallelen des Innovationsfaktors Leidenschaft in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie über die Zusammenhänge mit der Kultur selbst diskutiert. Eine Diskussion über die Aufgaben und Anforderungen an die Politik schloss sich an. In Diskussionsrunden und Vorträgen wurden dafür zum einen ein aktueller Status der Kultur und Kreativwirtschaft und – z.T. aufbauend auf das Thema Spillover-Effekte aus dem Forum d’Avignon Ruhr 2013 – die Wechselwirkungen mit anderen Branchen skizziert. Dabei wurde mit Erkenntnissen quantitativer und qualitativer Aspekte auch Evaluation und Forschung zum Thema.

Der Veranstaltungsort: GOP Varieté-Theater Essen & City-Messehalle

Kultur und Kreativität an der Schnittstelle zu anderen Bereichen ist ein inhaltlicher Fokus des Forum. 2014 verortete es sich selbst in einem Spillover-Projekt: dem Kreativ.Quartier City Nord.Essen. Als städtische und von ecce initiierte Maßnahmen dienen Kreativ.Quartiere Ruhr u.a. der nachhaltigen Ansiedlung von KünstlerInnen und Umnutzung von Leerständen. Das Forum d'Avignon Ruhr 2014 fand im GOP Varieté-Theater  statt, angrenzend die Ausstellung in der vom UPH betriebenen City-Messehalle. Das legendäre GOP begeistert bereits seit 1996 Menschen aus aller Welt mit kreativen Show- und Gastronomiekonzepten, anlässlich des Kulturhauptstadtjahres wurde der Kinosaal umgestaltet.

 

 

GOP Varieté Theater © GOP Varieté Theater
© GOP Varieté Theater

GOP Varieté-Theater

City-Messehalle
© Vladimir Wegener/ecce

City-Messehalle während des FAR14