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Bildung & Kunst: Ein Interview mit NICE Award Alumni LABoral

Mit seinem Projekt auLAB war das spanische Center for Art and Creation LABoral für den NICE Award 2016 nominiert. Die Geschäftsführerin Lucía García Rodríguez erzählt im Interview, was seitdem geschah.

© LABoral

LABoral ist ein Zentrum für Kunst und Gestaltung. Was ist Ihr Hauptanliegen?

LABoral ist

  • eine multidisziplinäre Institution, die Zugänge zu neuen Formen von Kultur erzeugt, untersucht und fördert, die durch den kreativen Gebrauch von Technologie entstehen
  • eine Plattform, die KünstlerInnen und Kreativschaffenden Werkzeuge und Wissen zugänglich macht, um sie in der Entwicklung ambitionierter Projekte im Umfeld künstlerischer und industrieller Gestaltung zu unterstützen
  • ein publikumsübergreifendes Programm, dass alle anspricht mit dem Ziel Wissen zu teilen
  • ein Ankerpunkt, der dynamische Beziehungen zwischen den Kunst- und Kreativ-Communities in Asturien und dem Rest der Welt fördern soll
  • ein Zentrum für die Produktion zeitgenössischer Kunstwerke, die Teil unseres zukünftigen Erbes sein werden
  • ein Zentrum für Innovation, das der Öffentlichkeit und Kunstschaffenden gleichermaßen zur Verfügung steht
  • ein „Museum mit einem Unterschied“, wo man Kunst, neue Technologien und industrielle Gestaltung erleben kann

Was war bis jetzt Ihr erfolgreichstes Projekt?

Obwohl es schwer ist, ein einzelnes Projekt auszuwählen, würde ich sagen, dass unser erfolgreichstes Werk im Bereich der Bildung stattgefunden hat. Wenn ich ein bestimmtes Projekt aus unserem Bildungsprogramm wählen müsste, würde ich auLAB anführen, das die Philosophie des Zentrums am besten wiedergibt. Es ist außerdem das Projekt, wofür wir im letzten Jahr für den NICE Award nominiert wurden.

auLAB ist ein Laboratorium, das als Raum für experimentelles und entdeckendes Lernen konzipiert wurde. Ein Raum, wo die Weitergabe von technischen Fertigkeiten und technologischem Wissen durch audiovisuelle und Klang-Gestaltung, kreatives Programmieren, Design, digitale Manufaktur und Robotik ermöglicht wird. Sie stellen die methodologischen Schlüssel für das Verständnis und die Anwendung von neuen Arten des Wissensaustauschs dar und sind Modelle der Gestaltung und Produktion. Ein Raum, um kritische Reflexion und die kreative Verwendung neuer Technologien zu fördern.

Mit auLAB kümmern wir uns um ein Grundbedürfnis, nämlich um die Antwort auf die Herausforderung des heutigen Bildungssystems unsere jungen Leute auf das Unbekannte vorzubereiten. „Statistiken des Observatorio para el Empleo en la Era Digital [Beobachtungsstelle für Arbeit im Digitalen Zeitalter] zufolge werden acht von zehn jungen Leuten zwischen 20 und 30 Jahren eine Beschäftigung finden, die mit der digitalen Welt zusammenhängt, im Rahmen von Arbeitsplätzen, die noch nicht existieren. Die beliebtesten Berufe werden sein: Smart-Fabrik IngenieurIn, ChefbeauftragteR für Digitales, ExpertIn für digitale Innovation, DatenforscherIn, Big Data-SpezialistIn, ArchitekturreferentIn für Smart Cities, SpezialistIn für Benutzerfreundlichkeit, LeiterIn Digital Content, SpezialistIn/ManagerIn für digitale Risiken und LeiterIn Digitales Marketing“. Joaquín Nieto, Leiterin des spanischen Büros der International Labour Organisation (ILO) stimmt dem zu: „Es wird gesagt, dass Jungen und Mädchen, die heute zur Schule gehen, morgen Jobs haben werden, die es noch nicht gibt“. auLAB will in Schulen zu auf Fortschritt ausgerichteter methodologischer Innovation, und zu Wandel und Verbesserung beitragen, um das Erfolgsniveau von Ausbildung und Arbeit zu steigern. Ziel ist es, einen Beitrag zum Fortschritt des Lernprozesses der SchülerInnen und des Lehrprozesses der DozentInnen zu leisten, indem neue Instrumente in diese Prozesse eingebettet werden, wodurch Lernerfahrungen verschiedenen Lernrhythmen angepasst werden können. Wir sollten und können nicht zulassen, dass unsere jungen Leute weiter auf Berufe vorbereitet werden, die in ein paar Jahren verschwunden sein werden.

 

Woran arbeiten Sie zurzeit?

Wir entwickeln unentwegt neue Programme in den Bereichen Ausstellung, Bildung und künstlerische Forschung & Produktion. Alle Bereiche arbeiten zusammen und in gegenseitiger Wechselbeziehung. In den kommenden Jahren werden verschiedene Thematiken in Angriff genommen und unsere Aktivitäten (Ausstellungen, Workshops, Konferenzen/Talks/Panels/runde Tische, summerLAB-Veranstaltungen, usw.) die folgenden Themen haben: 2018 beschäftigen wir uns mit Kunst und Ökologie/Nachhaltigkeit/Natur, 2019 mit der Stadt, in der wir gerne leben möchten und 2020 mit dem „Global Brain“. Weitere Informationen können Sie hier nachlesen: http://www.laboralcentrodearte.org/es

 

Welchen Auswirkungen hatte der NICE Award auf Ihre Arbeit, Ihre Sichtbarkeit und Ihr Netzwerk?

Die Nominierung für den NICE Award hatte eine große Auswirkung in jedem Sinne. Er diente als Anerkennung für alle AkteurInnen, die an der Konzeptualisierung und Entwicklung des Projekts beteiligt waren, als großartiger Impuls und Motivation für uns Alle, weiter an dem Projekt zu arbeiten und es auszubauen. Er diente darüber hinaus dazu, die Beziehungen zwischen den beteiligten Institutionen (das Fürstentum Asturien vertreten durch das Bildungsministerium, LABoral und das gesamte regionale Schulsystem) zu stärken. Er hat zudem die Aufmerksamkeit anderer Organisationen auf uns gelenkt, die nun in gemeinsamer Sache mit uns daran arbeiten das Projekt weiterzuentwickeln und uns damit die Möglichkeit geben es auszudehnen und eine größere Beteiligung zu erreichen.

 

LABoral war nominiert für den NICE Award 2016. Sehen Sie sich hier die gesamte Shortlist an.