ecce - european centre for creative economy

Kreativ.Quartiere Ruhr

Kreativ.Quartiere im Entwicklungsprozess

Dinslaken (Kreis Wesel)
Oberhausen
Duisburg
Mülheim an der Ruhr
Essen
Bochum
Dortmund

Kreativ.Quartiere in Planung

Dorsten
Herne

Bildungsquartier

Unna

Dinslaken
Dinslaken
Dinslaken
Duisburg
Dinslaken
Oberhausen
Dinslaken
Mülheim an der Ruhr
Dinslaken
Essen
Dinslaken
Bochum
Dinslaken
Dortmund
Dinslaken
Dorsten
Dinslaken
Herne
Dinslaken
Unna
Dinslaken (Kreis Wesel) Duisburg Oberhausen Mülheim an der Ruhr Essen Bochum Dortmund Dorsten (Kreis Recklinghausen) Herne Unna

"Stadt der Kreativität" ist ein Terminus, der im Projekt "Kreativ.Quartiere" wörtlich genommen wird. Denn Kreativität muss im Stadtraum sichtbar werden, um mehr als ein abstrakter Begriff zu sein. Auch wenn natürlich kein Ort an sich "kreativ" ist, steht fest, dass es eine Wechselwirkung zwischen kulturell-kreativem Schaffen und räumlichen Bedingungen gibt, die sich in Vierteln und Arealen mit einer hohen Dichte an Kreativ-Unternehmen niederschlägt. Oftmals sind diese Quartiere gleichzeitig attraktiver Wohnraum in großen Städten und Ballungsräumen.

Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum mit großem kreativem Potential, das an einigen Orten bereits deutlich zu sehen ist. Dieses Potential gilt es auszuschöpfen und politisch bewusst zu machen, um Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit für den Ballungsraum Ruhr dauerhaft sicherzustellen. Was bedeutet der Dreiklang von Talent, Technologie und Toleranz, den Richard Florida als notwendige Bedingung für das Klima von zukunftsfähigen Städten bezeichnet hat, für das Ruhrgebiet? Und wie können Transformationsprozesse angestoßen werden, die den Zuzug ins Ruhrgebiet fördern und Arealen ein Profil geben, das überregional wirksam ist? Bedingt durch diese wichtigen Fragen hat ecce im Zuge der Kulturhauptstadt RUHR.2010 das Projekt Kreativ.Quartiere angestoßen.

Gängige Vorstellungen von Kreativ.Quartieren sind die von leer stehenden Gebäuden und günstigen Mietflächen auf ehemaligen Industriegeländen oder in innerstädtischen Zusammenhängen. Ebenso können Kreativ.Quartiere aber in Form von Genehmigungsfreiräumen durch städtische und regionale Behörden und Verwaltungen entstehen.

Der Begriff Kreativ.Quartier wird von ecce bewusst nicht durch starre Gebäudetypologien oder formelle Kriterien definiert, sondern durch die Bedürfnisse und Bedarfe der Zielgruppe ausgefüllt. Eine Brachfläche beispielsweise unterliegt anderen Kriterien als ein innerstädtisches Viertel im Umbruch. In diesem Zusammenhang hat ecce Kriterien erarbeitet, die zu einer sichtbaren Verortung von Kreativität führen. Dabei wurden vier Typologien von Kreativ.Quartieren herausgebildet:

- Arealentwicklung durch öffentliches kulturelles Investment                             

- Arealentwicklung durch privates Investment                                                    

- Branchenspezifische Standortentwicklung                                                        

- Künstlerische Zwischennutzung

Zur Projektrealisierung musste eine institutionelle Form gefunden werden, die die Stärken der Bottom-Up-Verfahren enthält. Dazu wurde auf die Erfahrung anderer Stadtentwicklungsprozesse zurückgegriffen und schließlich zur Institutionalisierung der Ziele und Aufgaben die Form von städtischen Roundtables geschaffen, an denen Vertreter unterschiedlicher Interessensgruppen aus Kultur und Kreativwirtschaft, Stadtverwaltung und Privatwirtschaft die Möglichkeit gegeben wurde, sich auf Augenhöhe zu begegnen.

So wurden in den Städten von Duisburg bis Dortmund Prozesse angestoßen, die ein größer werdendes Bewusstsein für das Zusammendenken von Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung zeigen.

Im Folgenden stellen wir die Entwicklungen, Initiativen und Akteure in verschiedenen Kreativ.Quartieren des Ruhrgebiets vor.

Partner

Gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen und in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH

Bildergalerie Kreativ.Quartiere


Bochum

In Bochum gibt es viele Anknüpfungspunkte rund um die kulturelle und kreativwirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt - beispielsweise die Zeche Prinz Regent mit ihrem Schwerpunkt Musik. Im Fokus des Projektes Kreativ.Quartiere steht dabei das Viktoriaquartier am südlichen Rand der Innenstadt zwischen dem Bochumer Schauspielhaus im Stadtteil Ehrenfeld und der Rottstraße im Griesenbruch.

Die Kombination aus freien Entwicklungsflächen und einer bereits vorhandenen Vielfalt an Kultureinrichtungen, Gastronomiebetrieben sowie Unternehmen der Kreativwirtschaft bieten enorme Potentiale für die Entwicklung zu einem urbanen Erlebnisraum. Konkret zu nennen sind unter anderem die Entwicklungsfläche City-Tor Süd mit dem angrenzenden Katholikentagsbahnhof, die Marienkirche, das Bermudadreieck und das Musikfestival Bochum Total, Initiativen wie das "Viertel vor Ehrenfeld" sowie private als auch öffentliche Investitionsvorhaben.

Seit dem Jahr 2008 ist das Viktoriaquartier Fokus des Projektes Kreativ.Quartiere in Bochum. Mehrere Roundtables mit Vertretern der Stadtverwaltung, Interessensgruppen der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie der privatwirtschaftlichen Akteure haben seitdem stattgefunden, um Anforderungen an und Entwicklungsideen für das Viktoriaquartier auszuloten, aber auch um bei den Beteiligten ein Bewusstsein für die vielschichtigen Interessen der einzelnen Akteursgruppen zu schaffen.

Die Belebung von Brachflächen und ungenutztem Leerstand waren in diesem Zusammenhang immer wieder zentrales Thema. Im Sommer des Kulturhauptstadtjahres 2010 gelang mithilfe der Unterstützung der Stadt Bochum, engagierten Kreativen, dem Quartiersmanagement und der HEBA Gastro GmbH dann eine Belebung der Entwicklungsfläche City-Tor Süd durch das Projekt t.a.i.b. (temporäre architektonische Intervention auf einer Brachfläche). Hieraus gründete sich außerdem der Verein Stadtverwalter e.V. - eine Initiative zur künstlerischen und kulturellen Zwischennutzung von Leerständen und Brachflächen. Die Nutzung der Marienkirche als Trainingsort für die Artistenschule Urbanatix führte zur weiteren Urbanisierung des Viktoriaquartiers. Zudem fiel im gleichen Jahr die Entscheidung zugunsten des neuen Musikzentrums, welches auch die Bochumer Symphoniker beheimaten wird und das sich eine Öffnung in die Stadt - durch Workshops und Education-Programme - konzeptionell auf die Fahnen geschrieben hat. Seit 2009 entwickelt ecce gemeinsam mit der Folkwang Universität und der Stadt Bochum einen einmaligen Bildungsort für junge Kreative: das Institut für populäre Musik und audiovisuelle Medien. Idee des Instituts ist es, junge Spitzentalente sowohl als Künstler, als auch als innovative Vermarkter von Popmusik und Popkultur auszubilden und im Land Nordrhein-Westfalen eine Lücke im Bildungsangebot zu schließen.
Urbanatix, das Musikzentrum und das Institut für Populäre Musik und audiovisuelle Medien vereinen einen Beitrag zum Musikstandort Bochum mit Angeboten kultureller Bildung. Passend zu dieser Entwicklung wird von der Mercator Stiftung gemeinsam mit dem Schauspielhaus Bochum und dem Land Nordrhein-Westfalen die Zukunftsakademie NRW etabliert.

Weiterführende Links:

HEBA Gastro GmbH
Musikzentrum Bochum
Viktoria.Quartier
Bochum Total
Stadtverwalter e.V.
T.A.I.B.
Thomas Zehnter
Urbanatix
ViertelvorEhrenfeld
Zeche Prinz-Regent
Zukunftsakademie

LABKULTUR.TV über Kreativität in Bochum:

Sonarcities - Kreativ.Quartier Bochum
Ich habe hier keinen Sack Geld stehen" - Interview mit Marion Behn, Wirtschaftsförderung Bochum
Viktoria.Quartier im Fokus - Interview mit Michael Townsend, Kulturdezernent der Stadt Bochum
Schlummerndes Potential wecken: SAE-Institut eröffnet in Bochum
Urbanatix - Planung der Artistenschule auf guten Weg
Urbanatix - Das Video zur Show
T.A.I.B. - Die Eröffnung

Dinslaken

Das Bergwerk Lohberg in Dinslaken hat im Jahr 2005 nach rund 100 Jahren seine Produktion eingestellt. Das Areal bietet sich hervorragend für eine nachhaltige und eigenständige wirtschaftliche Entwicklung an. Auf der Zeche soll im Rahmen eines Förderprogramms des Landes NRW erstens ein nationaler Debattenort und zweitens ein Kreativ.Quartier in Verbindung mit Wohnen, Büro- und Freizeitangeboten entstehen. Die Stadt Dinslaken und die RAG Montan Immobilien sowie RUHR.2010 und ecce fördern dieses mehrjährige Entwicklungsvorhaben.

Wurde Kreativwirtschaft bislang als Phänomen in Großstädten und urbanen Ballungszentren diskutiert, zeigt das Beispiel der Zeche Lohberg die Modernisierung von Wirtschaftsstrukturen in sogenannten Mittelstädten. Fragen der "Kreativwirtschaft in Randlage" werden in Lohberg exemplarisch diskutiert.

Bereits kurz nach Schließung der Zeche eroberten Kreative aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Design und Fotografie den spannenden Ort, der seitdem langsam wächst und neue Nutzer anzieht. Mit den durchgeführten Roundtables wird der Planungsprozess bewusst offen, kreativ und beiteiligungsintensiv geführt. Durch temporäre Bespielungen und experimentelle Möglichkeitsräume soll der Ort der Bevölkerung zugänglich machen und wieder ins Stadtleben integriert werden. Zwei Standortmanager unterstützen diesen Prozess.

Im Kulturhauptstadtprojekt Kreativ.Quartiere hat Dinslaken-Lohberg wichtige Akzente gesetzt. Die Eröffnungsfeier des Quartiers wurde gemeinsam von ecce, der Stadt Dinslaken, sowie den bereits ansässigen Kreativen gestaltet und zog regionales wie internationales Publikum an. 2010 war Lohberg außerdem Drehscheibe der städteübergreifenden Veranstaltung Extraschicht.

2011 geht es mit großen Schritten weiter. Auch in diesem Jahr konnte sich die Zeche Lohberg als Veranstaltungsort der Extraschicht in Szene setzen. Als Debattenort wird Lohberg für Zukunftsthemen in der internationalen Fachwelt präsent sein und innovative Modelle lokaler Ökonomie werden vor Ort entwickelt.

Weiterführende Links:

Dinamit GmbH
Kreativ.Quartier Lohberg
RAG Montan Immobilien GmbH 
Stadt Dinslaken, Stadtplanungsamt

LABKULTUR.TV über Kreativität in Dinslaken:

Kreativ.Quartier Lohberg - Neue Chancen für Dinslaken
Neue Städte - Liegt in der Mitte die Kraft?
Kreativ.Quartier Lohberg - Stillgelegte Zechen als Zukunftsmodell
Kreativ.Quartiere - Das Modellprojekt Zeche Lohberg

Dortmund

Auf 80.000 Quadratmetern entsteht mit dem Dortmunder U das bundesweit erste Zentrum für Kunst und Kreativität. Im Mittelpunkt steht der U-Turm und bildet mit seinen Nutzern eine innovative Schnittstelle von Medienkunst und digitaler Kultur, kultureller Bildung, Forschung und Kreativwirtschaft.

Bereits bei den ersten durch ecce initiierten und moderierten Roundtables in den Jahren 2008 und 2009 waren sich die Beteiligten einig, dass es sowohl auf dem Gelände als auch im U-Turm selber einer attraktiven Mischung aus Akteuren der Kunst und Kreativwirtschaft bedarf, um aus dem ehemaligen Brauereigelände einen lebendigen Ort des Austausches und des gemeinsamen Experimentierens zu machen.

So fußt das Konzept des Dortmunder U auf einer Kooperation unterschiedlicher Nutzer: dem Museum Ostwall, dem Hartware MedienKunstVerein, dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, der Fachhochschule Dortmund, der Technischen Universität Dortmund, ecce | european centre for creative economy, und dem RWE Forum | Kino im U. Im Erdgeschoss und der Kathedrale gibt es mit dem Café Ruby und dem Restaurant View ein gastronomisches Angebot.

Das Kreativzentrum Dortmunder U ist sowohl Partner für internationale Projekte als auch für regionale Kooperationen. So wird seine Funktion als Impulsgeber für die Entwicklung der umliegenden Umgebung bereits spürbar, etwa in Form von (Zwischen-)Nutzung von Leerständen durch Initiativen und Projekte. Die bereits etablierte Agentur Heimatdesign hat in Wurfweite zum Dortmunder U das Co-Working Büro "Ständige Vertretung" eingerichtet. Das "Büro für Möglichkeitsräume" ließ sich Anfang 2010 in der Rheinischen Straße nieder. Zusätzlich griff die Initiative GastGastgeber das Thema Zwischennutzung auf künstlerische Weise auf, indem es mit Unterstützung von ecce im Jahr 2010 eine temporäre Hotelnutzung in der Möllerstraße initiierte.

Im Spannungsfeld aus kultureller, öffentlich geförderter Arealentwicklung auf dem Gelände des Dortmunder U und kreativen Nutzungsideen im Bereich der Rheinischen Straße und Umgebung ist ein Kreativ.Quartier entstanden, welches auch zukünftig bedeutende Entwicklungspotentiale bieten wird. 

Weiterführende Links:

Büro für Möglichkeitsräume 
Dortmunder U 
FH Dortmund
GastGastGeber
Hartware MedienkunstVerein
Heimatdesign  
Kulturbüro der Stadt Dortmund
Museum Ostwall  
RWE Forum/ Kino im U 
Stadt Dortmund  
Stadtumbau Rheinische Straße 
Ständige Vertretung
TU Dortmund  
View 

Blog und Videos auf LABKULTUR.TV:

SonarCities: Kreativquartier Dortmund
Zwischen Soll und Haben - Das Viertel Rheinische Straße in Dortmund im Umbau
Das Dortmunder U - Ist es Kunst oder kann das wech?
Das Dortmunder Westend - Ein Zwischenstand auf dem Weg zum Kreativ.Quartier
Niederländische Gastgastgeber machen keinen Halt vor Fassaden und sozialen Strukturen
Mehr als nur Fassade - Adolf Winkelmann bespielt mit bewegenden Bildern das Dortmunder U
Creative Stage in Dortmund - eine Bühne für die Kreativwirtschaft

 

Duisburg

Im August 2009 stellte ecce verschiedenen Vertretern der Stadt Duisburg, unter anderem der Wirtschaftsförderung (GfW) und der Innenstadtentwicklung, das Projekt Kreativ.Quartiere vor, mit dem Ergebnis der Kooperationszusage der Stadt Duisburg. In der darauf folgenden Zeit konzentrierte ecce sich insbesondere auf zwei Stadtteile, den klassischen ehemaligen Arbeiterstadtteil Marxloh und den Hafenstadtteil Ruhrort.

Marxloh

Mit Unterstützung des Quartiersmanagements fand der erste Roundtable im Medienbunker Marxloh statt. Dabei wurde auf die Heterogenität der Teilnehmer großen Wert gelegt. So nahmen nicht neben den genannten Kooperationsmitgliedern sowohl private als auch städtische Immobilieneigentümer teil. Dazu kamen freischaffende Künstler und Unternehmen aus diversen Zweigen der (Kreativ-)Wirtschaft. Ziel war es, sowohl das Projekt Kreativ.Quartiere und die Kooperation bekannt zu machen als auch den Handlungsbedarf in den jeweiligen Quartieren zu eruieren.

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurden in Duisburg insbesondere im Stadtteil Marxloh viele Projekte finanziell wie organisatorisch unterstützt. Hierzu zählen die Fotografie-Ausstellung ".nl.de.tr/turkishconnections" von Otto Snoek über Migration und interkulturelles Leben, die Lesung von Olaf Sundermeyer aus seinem Buch "der Pott" sowie das Projekt "Ein Monat Marxloh", bei dem zwölf Künstler aus den Niederlanden nacheinander im Laufe von sechs Monaten in Marxloh lebten und arbeiteten.

Ruhrort

Parallel dazu hat sich in Duisburg Ruhrort die Initiative "Lokal Harmonie" weiterentwickelt und erarbeitete einen Aktionsplan für 2011, darunter auch die Nutzung eines leeren Hauses für Künstler - dank der Großzügigkeit eines Sponsors.

Weiterführende Links:

Christian Finzel
Ein Monat Marxloh
Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg
Lokal Harmonie 
Medienbunker 
Otto Snoek 
Stadt Duisburg 

LABKULTUR.TV über Kreativität in Duisburg:

Sonarcities - Kreativ.Quartier Marxloh
Besser als sein Ruf: Ein Spaziergang durch Marxloh
Urban Rhizome (Teil 1): Marxloh als Modell
(Kein) Freies Theater in Duisburg

Invisible Borders - Duisburger Kultur auf der Flucht
Einen Monat Marxloh

Essen

In Essen wurden zwei Areale für die urbane Entwicklung identifiziert, die durch das Projekt Kreativ.Quartiere in Kooperation mit der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft entwickelt werden.

Scheidt'sche Hallen

In den Scheidt´schen Hallen im Essener Süden entstehen 37.000 Quadratmeter für kreatives Arbeiten und naturnahes Wohnen. Der ehemalige Firmensitz der Textilunternehmer-Familie Scheidt im malerischen Essen-Kettwig bietet dafür die besten Voraussetzungen: das Gebäude-Ensemble der ehemaligen Kammgarnspinnerei mit dem Wollboden, der Färberei und Liseuse sowie der alten Direktion steht hier in bester Lage nahe der Ruhr für neue Nutzungskonzepte bereit.

Die derzeit von der Grundstücksgesellschaft Kettwig verwalteten Immobilien befinden sich zum größten Teil noch in unsaniertem Zustand, werden allerdings bereits als Büro-, Atelier- und Ausstellungsfläche teilgenutzt. Dabei sind die ersten Schritte für das professionelle Umnutzungskonzept gemacht: 2009 wurden in Kooperation mit ecce Workshops und Ortstermine organisiert, an denen Akteure aus der lokalen und regionalen Werbe- und Kommunikationswirtschaft teilnahmen, um Anforderungen und Wünsche am geplanten Umbau zu äußern.

Das Ergebnis sind innovativ gestaffelte Mietkonzepte, wie eine Co-Working Area, die neben Flächengrößen auch individualisierte Ausstattungs- und Gestaltungsstandards berücksichtigen und das Areal so für die kreative Wirtschaft attraktiv machen. Hier entstehen echte Alternativen zur Rheinschiene für Zielgruppen vom Existenzgründer bis zur etablierten Agentur.

Nördliche Innenstadt

Die Nördliche Innenstadt entwickelt sich vom Stiefkind zur In-Meile: Früher nur eine ungeliebte Verlängerung der populären Einkaufsstraßen, ist die Nördliche Innenstadt auf dem Weg, das Essener Zentrum zwischen Kopstadtplatz und Viehofer Platz neu zu beleben. Dass die Nördliche Innenstadt besser ist als ihr Ruf, beweisen nicht nur die vielen Nachtschwärmer, die sich zwischen den zahlreichen Clubs tummeln, sondern auch die Menschen, die hier im Viertel leben und kreativ arbeiten.

So hat im Frühjahr 2010 der erste Roundtable mit Unterstützung der Immobilienstandortgemeinschaft Essen City Nord stattgefunden. Im Zuge der Diskussion stellte sich heraus, dass die Leerstände des Ladenviertels als Chance zu begreifen sind: So konnte mit Unterstützung des Quartiersmanagers Siegfried Schneider die Künstlergruppe "skribble gebibble" temporär ein Ladenlokal als Ausstellungsraum nutzen. Mit der aktiven Raumsuche der Künstlergruppe "Freiraum2010", die in der temporären Besetzung des DGB-Hauses an der Schützenbahn kulminierte, wurde ebenfalls die Leerstandsdebatte angestoßen. Mit der Unterstützung von ecce richtete Freiraum2010 eine Pressekonferenz aus und setzte sich für Impulse der Freien Szene im Stadtraum ein.

Auch von institutioneller Seite zeigt sich Interesse an der Nördlichen Innenstadt. Mittlerweile hat sich nicht nur die Folkwang Hochschule mit Atelierräumen für Ihre Studenten im Viertel angesiedelt, sondern mit dem Generationenkulthaus auch eine Mischung aus Co-Working-Space und generationenübergreifenden Wohneinheiten als konzeptionelle Weiterentwicklung des bereits etablierten Unperfekthauses.

Neben dem gemeinnützigen Verein "Unprojekte" haben auch die Deutschen Geschmackstage für ihre Abschlussveranstaltungen die Nördliche Innenstadt entdeckt und zum Austragungsort ihrer Abschlussveranstaltungen gemacht. Die innovativen Bauvorhaben des benachbarten Uni-Viertels und in der unmittelbaren Umgebung der Kreuzeskirche und um das Parhaus an der Rottstraße geben der Aufbruchsstimmung zusätzlichen Aufwind: Hier riecht die Luft nach Zukunft - das perfekte Klima für Freischaffende und Kreative, die nach neuen Freiräumen suchen.

Weiterführende Links:

Deutsche Geschmackstage
Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH
Folkwang Hochschule 
Freiraum 2010 
Generationenkult Haus 
Grundstücksgesellschaft Kettwig 
Immobilienstandortgemeinschaft Essen City Nord
Scheidt´sche Hallen
Skribble Gebibble
Unprojekte

LABKULTUR.TV über Kreativität in Essen:

Ouvertüre in der Schützenbahn: Atelierhaus in Essen-Nord
Sonarcities: Von der Essener Nordstadt bis zu den Scheidt'schen Hallen
Leerstand war gestern: Die Stadt Essen bringt Künstler in die Schützenbahn
Essener Nordstadt - Leerstand mit Potenzial
Das Unperfekthaus - ein einzigartiges Kreativkonzept
Kreativunternehmen stellen frische Ideen vor - Creative Stage in Essen
Künstler müssen besetztes Haus räumen - Interview mit Freiraum2010

 

Mülheim

Mit der Games Factory Ruhr (GFR) wird in Mülheim an der Ruhr auf rund 2.000 Quadratmetern in zentraler Lage die lange Tradition der Stadt und des Ruhrgebiets als "Wiege der deutschen Spieleindustrie" neu entfacht.

Mit dem Einzug der Aruba Events GmbH, der Aruba Studios GmbH, der Crenetic GmbH und der Silent Dreams GbR begann in Zusammenarbeit mit der Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung, der Sparkassentochter FDL und dem Immobilieneigentümer Alphons Grave im Frühjahr 2009 ein neues Kapitel der Zusammenarbeit der Branche, um Wachstum und Entwicklungsmöglichkeiten gemeinsam voran zu treiben. Zwischenzeitlich ist die GFR Heimat für elf Unternehmen geworden, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Entwicklung über Sounddesign und Filmproduktion bis zum Concept Artist - Synergien nutzen.

Die Games Factory Ruhr stellt somit ein exzellentes Beispiel für eine branchenspezifische Standortentwicklung dar. Die Game Development Initiative Ruhr hat hier mittlerweile ebenfalls ihren Sitz hat sich unter anderem die Förderung junger Teams, die sich neu gründen wollen zum Ziel gesetzt. Hierzu wurden in der Games Factory drei Gründerlabore eingerichtet, in denen Nachwuchsteams unter exzellenten Rahmenbedingungen ihren Markteintritt vorbereiten können. Auch weiterhin stehen attraktive Büroflächen zur Verfügung, die auf ihre Anmietung warten.

Weiterführende Links:

Games Factory
Game Development Initiative
Mülheim & Business GmbH 

LABKULTUR.TV über Kreativität in Mülheim:

"Where the Fuck is Mülheim?" - Die abgefahrenen Stadt-Utopien des Designers Hermann Rokitta
Ein Zugpferd für die Region? - Die Games Development Initiative fördert von Mülheim aus die regionale Gamesbranche
Die SchlimmCity Mülheim an der Ruhr - Große Kunstaktion gegen Depression und Zerfall einer Stadt
Gala der Gamesbranche - Der Deutsche Entwicklerpreis 2010
Creative Stage Ruhr in Mülheim - Bühne frei für kreative Köpfe und Projekte
Game Development Initiative Ruhr startet pünktlich zur gamescom

Die Beschleunigung der Klassiker - das Interview mit Stephan Reichart

 

Oberhausen

Des einen Freud ist des anderen Leid: Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1996 gilt die Neue Mitte Oberhausens - der Einkaufs- und Eventkomplex CentrO - als Magnet für Besucher aus der ganzen Region. Gleichzeitig leidet der Einzelhandel in der Innenstadt unter fehlenden Umsätzen. Die gegenläufige Entwicklung der "neuen" und der "alten" Mitte führt zu einem hohen Maß an Leerstand in der Oberhausener Innenstadt.

Die Stadt Oberhausen hat sich entschlossen, die prekäre Lage als Chance zu nutzen und hat seine Innenstadt zum Kreativ.Quartier deklariert, denn die zu niedrigen Mieten verfügbaren Flächen sind insbesondere für die Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft attraktiv.

In mehreren Roundtables und Workshops wurden gemeinsam mit dem Kulturdezernat und der Wirtschaftsförderung der Stadt Oberhausen sowie dem Weiterbildungsinstitut WbI und dem Citymanagement an einem Existenzgründerkonzept für Gründer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft gearbeitet: Für Universitätsabsolventen und Freiberufler soll neben der inhaltlichen Gründungsbegleitung auch die günstige Nutzung der Leerstände ermöglicht werden. Dies würde zusätzlich zu einer Wiederbelebung der Oberhausener Innenstadt führen.

Die geographische Nähe zu den Niederlanden kann in diesem Zusammenhang ein echter Standortvorteil sein. So wurde im Frühjahr 2010 das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt GastGastgeber in Oberhausen eröffnet. In Zusammenarbeit mit dem Verein kitev (Kultur im Turm e.V.) und mit Unterstützung von ecce wurden um den Oberhausener Hauptbahnhof temporäre Showrooms für Kreative und Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste eingerichtet.

Und auch nach 2010 tut sich was in Oberhausen: Der Verein FROK e.V. ein Zusammenschluss von Akteuren der Oberhausener Kreativwirtschaft richtet in einem ehemaligen Postgebäude in Hauptbahnhof-Nähe Büros und Ateliers für weitere Kreative ein. Dank des großen Engagements von kitev, der Stadt Oberhausen und der Wirtschaftsförderung wird der ehemalige Bahnhofsturm weiter nutzbar gemacht für kreative Projekte und Ausstellungen, sowie für regionale und internationale Kooperationsprojekte.

Weiterführende Links:

FROK e.V.
GastGastGeber
kitev
Post_eins
Stadt Oberhausen
Weiterbildungsinstitut WbI
Wirtschaftsförderung Oberhausen 

LABKULTUR.TV über Kreativität in Oberhausen:

Sonarcities - Kreativ.Quartier Oberhausen
Acht Minuten Kreativität - Creative Stage in Oberhausen
Kunst im Wasserturm - Oberhausen lebt Kultur am Hauptbahnhof
Keiner will Oberhausen sein?
FROK e.V. | Freie Oberhausener Kreativwirtschaft
Recycling eines Wasserturms: Design-Hotel im Kreativ.Quartier Oberhausen

Unna

Die Landesstelle Unna-Massen war die zentrale Anlaufstelle für Aussiedler, Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen und liegt als Enklave zwischen Unna und Dortmund. Sie bot Sprachunterricht, Integrationskurse, Schule, Theater und drei Kirchen und war auf ihre Art eine Stätte des Wandels.

Unna-Massen war ein vergessener Ort, der für Mieter im Sinne des üblichen Immobilienmarktes kaum Bedeutung hatte. Gerade jedoch die abgeschiedene Lage und die eigene Infrastruktur des Ortes bieten einen wichtigen Anknüpfungspunkt für zukünftige Nutzungsmöglichkeiten. So hat sich gemeinsam mit den Kulturbetrieben Unna die Idee entwickelt, die Landestelle Unna-Massen als Bildungsquartier zu etablieren.

Im Dezember 2009 fand im Rahmen dieses Konzeptes die Europäische Filmwoche mit der EFA Master Class RUHR in den leer stehenden Gebäuden des Geländes statt. Die Abgeschiedenheit des Ortes bot drei Tage lang Raum für den kreativen Austausch zwischen jungen talentierten Filmemachern und Stars des europäischen Kinos. Mit Unterstützung des Quartiersmanagement fanden im Kulturhauptstadtjahr 2010 weitere Workshops in Unna-Massimo statt.

Nach dem Kulturhauptstadtjahr begann die Idee, Unna-Massen zu einem Bildungsquartier zu entwickeln, Früchte zu tragen: Im Mai 2011 wurde ein Teil der ehemaligen Landestelle an das International University Network verkauft, welches auf dem Gelände eine Hochschule für Management, Sport und Gesundheit errichten wird.

Weiterführende Links:

Kulturbetriebe Unna
Stadt Unna 
IUNworld 

LABKULTUR.TV über Kreativität in Unna:

Die European Film Academy und die Masterclass Ruhr