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Mechthild eickhoff

Dipl. Kulturpädagogin Mechthild Eickhoff ist seit 2013 Leiterin der UZWEI_Kulturelle Bildung – eine Etage für künstlerische Prozesse mit Kindern und Jugendlichen – im Dortmunder U. Sie hat an der Universität Hildesheim Kulturpädagogik studiert. Von 2001 bis 2011 war sie Geschäftsführerin des Bundesverbands der Jugendkunst-schulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen, von 2011 bis 2013 arbeitete sie beim Cluster Kulturelle Bildung der Stiftung Mercator. Derzeit ist Mechthild Eickhoff zudem Lehrbeauftragte an der FH Dortmund für den Studiengang Angewandte Sozialwissenschaften mit dem Blick auf kulturelle Kinder- und Jugendbildung.

fünf fRAGEN AN Mechthild eickhoff [Kulturpädagogin]

 

Wie sind sie auf die kulturpädagogik aufmerksam geworden?

Wie viele habe ich nach dem Abitur aus lauter Ratlosigkeit und dem Wunsch nach konkretem Tun ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. Der Plan B war Kunst und Deutsch auf Lehramt zu studieren. Glücklicherweise wusste eine Mitarbeiterin der Einrichtung im Sozialen Jahr vom Studiengang Kulturpädagogik in Hildesheim. Das passte der Sache nach sofort – nicht Kunststudium und nicht Lehramt.

Welche Herausforderungen gab es in Ihrem Karriereweg?

Das Studium hat zur Verwirrung der Frage nach dem Berufsweg zunächst beigetragen, hat aber auf der anderen Seite so viele Experimentierfelder in Theorie und Praxis geboten. Ehrlich gesagt habe ich jedoch bis zum Ende des Studiums nicht an Festanstellung, Karriere, zusammenhängende Berufswege geglaubt...Kulturbereich eben. Die bisherige Realität beweist jedoch netterweise das Gegenteil, rückblickend lässt sich das anders erzählen. Eine Herausforderung war, zu entscheiden, wann man wechseln möchte oder sollte und wohin es dann geht. Das habe ich Zufällen und Ungeduld zu verdanken, keiner konsistenten Planung.

Was hat sie ins ruhrgebiet gelockt?

Zum Ende des Studiums habe ich mich bundesweit auf Stellen beworben. Ich wäre und bin da hin gegangen, wo man mich genommen hat. Man hat mich in der WerkStadt in Witten als Kulturpädagogin genommen – und ich bin sehr gerne ins Ruhrgebiet gegangen (wäre aber auch zum Job im Theater nach Halle/Saale gezogen, die wollten mich aber nicht...).

Welche Rolle spielt Kreativität in Ihrem Beruf?

Kreativität hat in meinen Augen nicht nur mit produktiver Herstellung zu tun, sondern auch mit der Fähigkeit die Perspektive zu wechseln, andere als die offensichtlichen Wege zu suchen, sich auf sehr unterschiedliche Menschen, Situationen und Aufgaben einlassen zu können. Querdenken hilft enorm, den Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Kulturalltag zu üben.

Ihr Tipp für alle Nachwuchs-Kreative?

Im Bereich der Kulturellen Bildung/Kulturpädagogik finde ich eine Auseinandersetzung mit dem, was und wozu gute Kulturarbeit und Kunst in Gesellschaft ist/da ist, enorm wichtig: Eine eigene Haltung entwickeln (was einfach Zeit und Mut braucht), selbst künstlerische Prozesse mitmachen (ohne KünstlerIn werden zu wollen), sich Zeit nehmen, um sich über eigene Talente und Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten (durch die Ausbildung) bewusst zu werden. Kulturinstitutionen wandeln sich derzeit, um Publikum zu halten und neues zu finden. Hier sind Leute gefragt, die nicht nur ein Seitenangebot der Vermittlung für Schulklassen generieren, sondern Einrichtungen und Kunst/Kultur anders denken.

Interview: Susanne Pahl, ecce GmbH / Mechthild Eickhoff, UZWEI_Kulturelle Bildung
Foto © Mechthild Eickhoff

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