ecce - european centre for creative economy

Forum d'Avignon Ruhr 2016

KREATIVITÄT: ROHSTOFF, RESSOURCE, ZUKUNFT
Das Forum d'Avignon Ruhr gründet auf einer deutsch-französischen Partnerschaft zwischen dem Think-Tank Forum d'Avignon und ecce. Ziel ist es, einen Beitrag zur Gestaltung der Zukunftspolitik zu leisten, indem europäische AkteurInnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur zusammengeführt werden. Die fünfte Ausgabe des Forum d'Avignon Ruhr fand am 24./25. August 2016 in Essen statt.

VISION und mission

Seit 2008 treffen sich alljährlich beim Forum d'Avignon in Frankreich WissenschaftlerInnen, StudentInnen, KünstlerInnen, PhilosophInnen, PolikterInnen, UnternehmerInnen und ManagerInnen  aus aller Welt, um über Wechselwirkungen zwischen Kultur und Wirtschaft zu diskutieren. Das während der französischen EU-Ratspräsidentschaft ins Leben gerufene Forum hat sich zu einer der führenden Forschungs- und Dialogplattformen in Europa entwickelt. Wie die europäische Institution Kulturhauptstadt versteht sich auch das Forum d'Avignon als Ideenschmiede für die gesellschaftliche, kulturelle und ökonomische Entwicklung.

Nach der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 wurde das european centre for creative economy (ecce) gegründet, um Freiräume sowie Arbeits- und Lebensräume für KünstlerInnen und Kreative in den Städten, in der Wirtschaft und in den Hochschulen des Ruhrgebiets zu stärken. Auch europäische Potenziale und Förderungen sollen zugänglicher werden.

Für die Zukunft gilt es – trotz und gerade wegen des Bevölkerungsrückgangs – den Lebens- und Wirtschaftsraum Ruhrgebiet vielfältig und entwicklungsoffen zu halten: Dabei kann auf KünstlerInnen und Kreative als ImpulsgeberInnen und Innovationsmotor in ökonomischer wie kultureller Hinsicht nicht verzichtet werden. Das Motto der Kulturhauptstadt Europas "Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel" zieht sich durch alle Handlungsfelder: ecce betreibt offensiv die strategische Zusammenführung der Bereiche Kultur, Wirtschaft, Medien und Politik.

Im Jahr 2010 führte José Manuel Barroso als Präsident der Europäischen Kommission die EU-Agenda "Europa 2020" ein. Sie beruht auf dem Konzept des "intelligenten Wachstums", das durch integrative Strategien neue Zukunftsperspektiven für die verschiedenen Wirtschaftszweige, aber auch den Kulturbereich, eröffnen soll; Städte und Regionen stehen dabei mehr denn je im Fokus.

Aus Anlass dieser Agenda sind das Forum d'Avignon, die Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 und ecce eine deutsch-französische Partnerschaft eingegangen, um künftig auch im Ruhrgebiet regelmäßig europäische Führungskräfte und ExpertInnen verschiedener Arbeitsfelder zusammen zu führen. Das erste Forum d'Avignon Ruhr tagte im März 2012. Im August 2016 suchte das mittlerweile fünfte Forum d'Avignon Ruhr wieder nach Wegen, die Potenziale von Kreativität weiter zu entschlüsseln, und nach Möglichkeiten, wie die Ressource "Kreativität" für ein prosperierendes und global wettbewerbsfähiges Europa stärker genutzt werden kann.

Der Kontext

Weltweit werden ein kultureller Wandel der Gesellschaft und seismische Verschiebungen der globalen Wirtschaftsaktivitäten beobachtet. Diese Entwicklungen finden vor dem Hintergrund und der Tatsache statt, dass das Tempo der technologischen Veränderungen zu keinem Zeitpunkt bisher so schnell, deren Ausmaß so tiefgreifend war und die Forderung von Nachhaltigkeit einen essenziellen und unentbehrlichen Faktor der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung darstellt.

Einerseits verändern sich kulturelle Werte bezüglich des Zugangs und der Nutzung von Kunst und Kultur sowie deren Rolle in der Gesellschaft, andererseits befindet sich die Produktion von Kunst und wirtschaftlichen Gütern ebenfalls im Wandel. Die zentrale Frage dabei ist: Was kann und muss getan werden, um Europa im Spannungsfeld globalisierter Ökonomien, technologischer Innovationen sowie kultureller Tradition und Erfahrung zukunfts- und wettbewerbsfähig zu halten? Dies ist nicht nur eine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch eine Herausforderung, die sich unmittelbar im direkten Lebensraum der Menschen und in den Städten niederschlägt und nach neuen Ansätzen verlangt.

Wir sind konfrontiert mit tiefgreifenden Veränderungen in Wirtschaft, Technologie und Kultur. Die Herausforderung besteht darin, mit diesen Transformationsprozessen Schritt zu halten, da sie ein großes Zukunftspotenzial für eine erfolgreiche und nachhaltige Weiterentwicklung Europas und der Städte beinhalten.

Wirtschaftliche und soziale Transformation ist zukünftig jedoch nicht mehr ohne interdisziplinäre Zusammenarbeit und integrative Strategien denkbar. Nachhaltige Entwicklung in der digitalen Welt darf nicht länger eine allein sektorale Herausforderung oder eine nationale Top-down-Lösung sein, sondern erfordert Partnerschaften neuer Art.

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Foto © Vladimir Wegener/ecce